Ein wirklich starkes Quartal hat Activision Blizzard hinter sich. Von Januar bis März 2023 stieg der Nettogewinn um 87 Prozent, angefeuert von den fünf großen Marken des Unternehmens, zumal "Diablo IV" seine Schatten vorauswirft. CEO Bobby Kotick möchte derweil weiter für die Übernahme durch Microsoft kämpfen.

Activision Blizzard hat den Geschäftsbericht für erste Quartal des laufenden Fiskaljahres vorgelegt, von Januar bis März 2023. Der Umsatz stieg um 35 Prozent auf 2,38 Milliarden Dollar, etwa 2,15 Milliarden Euro. Bei den Nettobuchungen wurde ein Plus von 26 Prozent verzeichnet, auf 1,86 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,68 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg um 87 Prozent auf 740 Millionen Dollar. Das sind fast 670 Millionen Euro. Die operative Marge liegt bei 27 Prozent.

Das Ergebnis wird auf Wachstum in den allen drei Bereichen bei Activision, Blizzard und King zurückgeführt. So stiegen die Nettobuchungen in den fünf größten IPs, namentlich Call of Duty, Candy Crush, Warcraft, Overwatch und Diablo. Hervorgehoben werden die Nettobuchungen im Mobile-Segment, die dank "Candy Crush", "Call of Duty Mobile" und "Diablo Immortal" im zweistelligen Bereich zulegen konnten.

Bobby Kotick, CEO von Activision Blizzard, kommentiert das Ergebnis folgendermaßen und geht ebenfalls auf die Ablehnung der Übernahme durch Microsoft in UK ein: "Im 33. Jahr unseres Bestehens erzielte Activision Blizzard außergewöhnlich gute Ergebnisse. Jede unserer wichtigsten IPs wächst weiterhin im Jahresvergleich, wobei Call of Duty wieder einmal ein zentraler Wachstumstreiber ist. Die Nettobuchungen für mobile Geräte sind zweistellig gewachsen, einschließlich eines weiteren Rekordquartals für King. Die Vorverkäufe für "Diablo IV" sind stark. Und all dies wäre nicht möglich ohne unsere Mitarbeitenden, die jeden Tag hervorragende Arbeit für unsere Nutzer:innen leisten. Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass unsere Vereinbarung mit Microsoft dem Wettbewerb, den Verbraucher:innen und der Schaffung von Arbeitsplätzen in Märkten auf der ganzen Welt, insbesondere in Großbritannien, zugutekommt. Der vorliegende Bericht der CMA spiegelt diese Realitäten nicht wider, und wir werden gemeinsam mit Microsoft energisch daran arbeiten, ihn in der Berufung zu revidieren."

Activision

Der Umsatz von Activision stieg im ersten Quartal um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auf 580 Millionen Dollar. Das Wachstum bei "Call of Duty" sorgte dafür, dass sich das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdreifachte. Insgesamt sind die Nettobuchungen für Call of Duty auf Mobile, Konsole und PC im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Auf PC und Konsole wird "Call of Duty: Modern Warfare II" als Erfolgsfaktor genannt, im Mobile-Segment sind es Verbesserungen des Spielerlebnisses und des Live-Betriebs. Activision plant für die kommenden Monate weitere Live-Services. Zudem wird mit Hochdruck an der "nächsten" Premium-Veröffentlichung der Reihe und an "Call of Duty: Warzone Mobile" gearbeitet, die beide noch in diesem Jahr erscheinen sollen. Es wird erwartet, dass der diesjährige Call-of-Duty-PC- und Konsolen-Titel eine Standalone-Erweiterung von "Call of Duty: Modern Warfare II" sein wird. Offiziell bestätigt hat Activision dieses Gerücht bisher nicht. Am 20. Juni wird außerdem "Crash Team Rumble" erscheinen. Dennoch sanken die monatlichen aktiven Nutzer:innen (MAU) von Activision-Titeln im ersten Quartal auf 98 Millionen. Im Vorquartal waren es noch 111 Millionen und vor einem Jahr 100 Millionen.

Blizzard

Blizzard Entertainment setzte 435 Millionen Dollar um (plus 62 Prozent) und ist damit die "kleinste Sparte" des Unternehmens. 27 Millionen MAU wurden gezählt, 18 Millionen weniger als im Vorquartal und fünf Millionen mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Dennoch ist es so, dass die Nutzer:innen in Blizzard-Spielen durchschnittlich mehr Geld ausgeben, als Nutzende in den Titeln von Activision Blizzard und King. Das Betriebsergebnis von Blizzard blieb im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil, was auf höhere Entwicklungs- und Marketingkosten zurückzuführen ist, unter anderem für die Vorbereitung der Veröffentlichung von "Diablo IV". Apropos Diablo. Mit Blick auf die starken Nachfrageindikatoren für "Diablo IV", das am 6. Juni auf den Markt kommt, gibt Activision Blizzard eine vorsichtige Prognose ab: "Wir erwarten, dass der GAAP-Umsatz von Activision Blizzard im zweiten Quartal um mindestens 10 Prozent, die Nettobuchungen um mindestens 30 Prozent und das gesamte Betriebsergebnis des Segments um mindestens 40 Prozent steigen werden, jeweils im Vergleich zum Vorjahr."

Ansonsten hebt Blizzard hervor, dass das WoW-Team nach der Veröffentlichung von "World of Warcraft: Dragonflight" schneller mehr Inhalte als je zuvor produzieren würde und die Abonnentenbindung in westlichen Regionen höher als in der entsprechenden Phase der letzten "modernen" Erweiterungen sei - in Abgrenzung zu WoW Classic. Das Spieler:innen-Engagement auf Basis der gespielten Stunden in "Overwatch 2" ist im Vergleich zum Startquartal zurückgegangen, liegt aber ungefähr doppelt so hoch wie vor der Umstellung auf Free-to-Play. Die im Februar gestartete Season 3 sorgte für eine starke Bindung und konstante Investitionen der Spieler:innen im Vergleich zur vorherigen Season. "Diablo Immortal" ist weitgehend stabil, "Warcraft: Arclight Rumble" zeigt gute Fortschritte in den regionalen Tests.

King

Die Mobile-Sparte King steigerte den Umsatz um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 739 Millionen Dollar, hauptsächlich durch die Optimierung des Live-Betriebs und die Nutzerakquise. Das Betriebsergebnis blieb im Vorjahresvergleich nahezu unverändert, was auf erhöhte Marketing-Investitionen zugeführt wird. Die Nettobuchungen in den Spielen stiegen im Jahresvergleich um elf Prozent, besonders dank der Candy-Crush-Reihe. "Candy Crush" war das 23. Quartal in Folge die umsatzstärkste Spiel-Franchise in den US-App-Stores - laut data.ai Intelligence. Die Einnahmen im Digital-Advertising-Bereich gingen aber in einem schwachen makroökonomischen Umfeld zurück. "King profitiert bereits von der Übernahme von Peltarion, einem KI-Unternehmen, im Juni letzten Jahres. Die Technologie von Peltarion hilft King, die Produktion und das Testen von Live-Aktivitäten zu beschleunigen und den Spieler:innen relevantere Spielinhalte anzubieten, wobei die Übernahme bereits im ersten vollen Jahr einen bedeutenden finanziellen Nutzen bringen wird", heißt vom Unternehmen. Die MAU liegen bei 243 Millionen, zehn Millionen mehr als im Vorquartal und sieben Millionen weniger als von Januar bis März 2022.

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Written by

Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.