"Hot Coffee" kostet US-Handel 50 Mio. Dollar
"GTA: San Andreas" war die Nummer eins der Xbox-Charts in den USA für den Monat Juni. Durch den selbstauferlegten Verkaufsstopp gehen dem US-Handel Berechnungen verschiedener Analysten zufolge in den kommenden Wochen und Monaten 50 Mio. Dollar Umsatz verloren.
Für PlayStation 2 zwar schon über ein halbes Jahr erhältlich, hielt sich "GTA: San Andreas" in den vergangenen Monaten wacker in den US-Charts. Über welche Zugkraft ein GTA auch noch lange nach der Erstveröffentlichung verfügt, belegen die US-Charts für den Juni: Mit über 385.000 verkauften Einheiten führt die kürzlich veröffentlichte Xbox-Fassung die Charts deutlich an.
Nach dem selbstauferlegten Verkaufsstopp der großen Ketten dürfte es mit den hervorragenden Verkaufszahlen vorerst vorbei sein. Da Spiele mit "Adults Only"-Auszeichnung in großen Teilen des Handels nicht verkauft werden, haben sich die US-Gameshändler ihres Toptitels der vergangenen Monate beraubt. Berechnungen verschiedener Analysten zufolge könnten dem Handel Umsatzausfälle bis zu 50 Mio. US-Dollar drohen. Und selbst wenn Take 2 die entschärfte Fassung in den Handel bringt, ist nicht sicher, ob die Kunden erneut zugreifen werden.
Den Publisher selbst könnte "Hot Coffee" über den erwarteten Umsatzausfall hinaus teuer zu stehen kommen. Wie u.a. Gamesindustry.biz berichtet, sehen Marktbeobachter weitere Schwierigkeiten auf Take 2 zukommen. So könnten sich z.B. die US-Börsenaufsicht oder vereinzelte Anleger durch die Gewinnwarnung des Publishers getäuscht sehen. Es wird befürchtet, die Federal Trade Commission könnte eine Rückrufaktion der bereits verkauften zwölf Mio. Einheiten "San Andreas" anordnen. Die theoretischen Kosten einer solchen Aktion hätten in der Gewinnwarnung von Take 2 beachtet werden müssen, so die Analysten. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, was wiederum die Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission sowie klagefreudige Anleger auf den Plan rufen könnte.