Nach der überraschenden Ankündigung von Sonys PSP und der Präsentation des N-Gage sprach GamesMarkt.de mit Axel Herr, Managing Director Sales & Marketing Nintendo Germany, über die Neuheiten von Big N und die Wettbewerber.

GamesMarkt.de: Welche Neuheiten hält Nintendo für die Gamergemeinde bereit?

Axel Herr: Auf der E3 haben wir eine große Anzahl von Connectivity-Produkten gezeigt, die ihre optimalen Fähigkeiten im Zusammenspiel beider Hardwareplattformen entfalten. Da haben wir zum einen Produkte, die in der Verbindung GameCube zu Game Boy Advance weitere Funktionen erschließen, für das Game-Boy-Spiel und für die GameCube-Anbindung. Außerdem haben wir den Game-BoyPlayer vorgestellt, der wie eine Art Mini-Docking-Station unter den GameCube gestellt wird und erstmals Game-Boy-Inhalte wie "Pokémon" auf dem Fernseher spielbar macht. Das wird übrigens auch unsere Hauptwerbeausrichtung sein.

GM: Und es gibt ein Value-Bundle von Nintendo?

Herr: Dieses Bundle wird am 20. Juni kommen und einen GameCube und einen Game-Boy-Player für einen unverbindlichen Verkaufspreis von 199 Euro enthalten. Der Player wird einzeln 59 Euro kosten. Insofern ist der Mehrwert für den Verbraucher sehr transparent. Hierzu arbeiten wir gerade an diversen Medienkooperationen, um das Thema in die Publikumsmedien zu transportieren. Ziel ist es natürlich, unter dem Oberbegriff Connectivity die Mehrwerterschließung durch das Zusammenspiel unserer verschiedenen Plattformen zu kommunizieren.

"N-Gage ist keine Konkurrenz zu GBA"

GM: Wie schaut es im Bereich Software aus?

Herr: Zunächst sind hier die First-Party-Titel zu nennen, allen voran "Donkey Kong", der auf dem Game Boy sicher für riesige Furore sorgen wird. In einer Qualität übrigens wie auf dem SNES. Dann bringen wir, ebenfalls sehr wichtig, "Mario Kart: Double Dash!!" mit neuen Funktionen heraus, von dem wir hoffen, dass er zu Weihnachten kommt. Daneben auch "Pokémon" für den Game Boy und "Pokémon Colosseum" für den GameCube. Zudem gibt es noch wichtige Veröffentlichungen der Third-Parties, darunter etwa "Soul Calibur 2", "Resident Evil" und "Metal Gear Solid 2". Hervorzuheben ist an dieser Stelle die Partnerschaft mit Electronic Arts beim Thema "Die Sims", in der Kombination GameCube mit Game Boy Advance, bei dem die Einwohnerschaft einer Stadt etwa von einem GameCube auf einen anderen migrieren kann, indem sie temporäre Passagiere des GBA werden. Das sind ganz neuartige und spannende Funktionen, die dem Konsumenten auch Spaß machen werden.

GM: Wie beurteilen Sie den Auftritt von Nokias N-Gage?

Herr: Es konnte uns eigentlich nichts besseres passieren, weil sich dank Nokias Präsentation gezeigt hat, dass zum Game Boy Advance kein Wettbewerb besteht. Die Spieleauswahl ist gering, das Handling des Produkts beim Telefonieren wenig komfortabel, der Spielewechsel eher unhandlich. Alles in allem also nicht überzeugend.

GM: Und die Sony-Ankündigung, ab 2004 einen PSP zu vermarkten?

Herr: Diese Ankündigung kam für alle überraschend. Stellt sich die Frage, warum sie so überraschend kam. Man weiß nichts Genaues über das Gerät. Aber, Spaß beiseite, wir würden uns freuen, einen ernst zu nehmenden Wettbewerber begrüßen zu können. Denn eins ist klar, die portable Plattform wird sich weiter entwickeln. Und in drei bis vier Jahren wird wahrscheinlich jeder einen Mediaplayer in der Tasche mit sich herumtragen. Vor diesem Hintergrund hat sicherlich auch ein Kombinationsgerät mit dem Markennamen Sony eine Existenzberechtigung. Warum auch nicht? Derlei Geräte können wir aber selbstverständlich auch produzieren, zumal wir über kompetente Partner wie Matsushita verfügen, die dazu in der Lage sind. Hier führen wir auch bereits Gespräche.

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Game Studies Watchlist #48
Rudolf Thomas Inderst; Professor for Game Studies & Game Design (HNU); Founder & Host of the Podcast Channel "Game Studies" (New Books Network); Section Head "Digitalspielkultur" (TITEL kulturmagazin); Expert Advisory Board "Digitale Spiele" (DFJV) © Inderst

Game Studies Watchlist #48

By Team Gamesmarkt 3 min read
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