JoWooD bilanziert tiefrot
Der österreichische Publisher JoWooD Productions hat die Kennzahlen für das am 30. September beendete dritte Quartal vorgelegt. Einzig Backkatalogtitel wurden vermarktet, was zusammen mit den erheblichen Abschreibungen zu einem tiefroten Konzernergebnis führte. Mittlerweile muss der börsennotierte Publisher ein negatives Eigenkapital im hohen siebenstelligen Bereich ausweisen.
Die JoWooD-Bilanz für das am 30. September beendete dritte Geschäftsjahresquartal verdeutlichen die missliche Lage des an der Wiener Börse notierten österreichischen Publishers. Da im Gegensatz zum Vorjahresquartal keine Neuveröffentlichungen auf den Markt gebracht und der Umsatz einzig mit Backkatalogtiteln erwirtschaftet wurde, gab der Umsatz im Jahresvergleich von 5,1 Mio. auf 1,76 Mio. Euro nach. Die Verwaltungs- und Vertriebskosten wurden im Rahmen der neuerlichen Umstrukturierung deutlich gesenkt. Vor allem durch Entlassungen und Studioschließung wurde dieser Posten gegenüber dem Vorjahr um gut 50 Prozent auf 1,15 Mio. Euro reduziert. Dies resultiert in einem positiven Ebit vor Restrukturierungskosten und sonstigen Aufwendungen von 85.000 Euro.
Teuer zu stehen kommt JoWooD der erhebliche Abschreibungsbedarf, der mit allein 5,5 Mio. Euro auch die Einstellung von "Stargate SG-1: The Alliance" enthält. Alles in allem Belaufen sich die Kosten auf ca. 16,9 Mio. Euro. Das Konzernergebnis brach massiv ein. Das Minus stieg von gut zwei Mio. Euro im Vorjahr auf aktuell rund acht Mio. Euro an.
Aufgrund des hohen Verlusts hat sich die Eigenkapitalsituation dramatisch zugespitzt. Mittlerweile muss JoWooD ein negatives Eigenkapital in Höhe von ca. 7,2 Mio. Euro ausweisen. Nach Unternehmensangaben laufen Verhandlungen mit potentiellen Investoren, mit deren Hilfe die Bilanzstruktur bereinigt und die Liquiditätssituation verbessert werden soll. Darüber hinaus wird über die Verbesserung der Eigenkapitalbasis verhandelt. Nach den ersten neun Monaten beläuft sich das Konzerergebnis bei 6,3 Mio. Euro Umsatz auf minus 24,4 Mio. Euro. Die Unternehmensführung geht weiterhin von einer positiven Fortführungsprognose aus.