Konsolen von Nokia und Siemens
Sieben Tage gastierte die Welt-IT-Industrie in Hannover. Vor allem das Thema Bluetooth beherrschte die Messegänge der CeBIT. Auch Überraschendes für den Spielesektor wurde geboten: Siemens und Nokia stellten Geräte vor, die auf neue Konkurrenz im Konsolenmarkt schließen lassen.
Vom 22. bis 28. März versammelte sich die Welt-IT-Industrie in Hannover. Zur Eröffnung anwesend war traditionell auch der Bundeskanzler, in diesem Fall Gerhard Schröder. Außer Schröder traten auch Dr. Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister von Hannover, Dr. Volker Jung, Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, BITKOM, sowie Carly Fiorina, Präsidentin und CEO von Hewlett-Packard, ans Rednerpult.
Inhaltlich war die Messe in erster Linie von einem ganz speziellen Thema bestimmt: Bluetooth, der Technologie, mit der kostengünstige Funkverbindungen im Kurzstreckenbereich aufgebaut werden können und so der Datenaustausch zwischen mobilen Geräten wie Handys und Notebooks ermöglicht wird.
Überraschendes wurde in Hannover aber auch für die Gamesbranche gezeigt. Vor allem Siemens erregte mit einem Prototyp für eine kabellose 3D-Spielkonsole Aufmerksamkeit. Ob dieser so genannte "Global Player" jemals in dieser Form in den Handel kommen wird,ist natürlich noch nicht absehbar. Dennoch wurde deutlich, in welche Richtung die Entwicklung geht. Gezeigt wurde auf der Messe auch der "Entertainer" von Siemens Nixdorf. Der Wohnzimmer-PC, der vom Internetanschluss über Spiele- bis hin zu DVD-Funktionen alles vereint, ist zwar schon auf dem Markt, fristet bislang aber eher ein Schattendasein.
Weitaus mehr Sorgenfalten dürften Sony, Nintendo und Microsoft wegen Nokia bekommen. Der finnische Mobiltelefonhersteller, der im Bereich Mobiltelefone das mit Abstand beste Markenimage bei Jugendlichen hat, zeigte seinen "Media Terminal" erstmals in Deutschland. Auch dabei handelt es sich um ein Multifunktionsgerät, das alle Formen desHome-Entertainment abdeckt. Ende des Jahres soll "Media Terminal", der auf offenen Standards und Internettechnologien wie Linux, HTML und der x86-Architektur von Intel basiert, auch in Deutschland in den Handel gehen. Welche Rolle Spiele auf dem "Media Terminal" einnehmen werden, ist allerdings noch unklar. Fest steht bislang nur, dass sich Nokia laut den E3-Veranstaltern auch als Aussteller für die weltweit größte Spielemesse angemeldet hat. Schließlich war auch Sony Computer Entertainment Deutschland auf der CeBIT mit von der Partie. SCED zeigte, wie bereits auf der letzten IFA, bei den Kollegen von Sony Deutschland Präsenz.
Alles in allem wurde die CeBIT auch in diesem Jahr ihrem Ruf als weltweit größte und wichtigste Messe der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche gerecht. 8106 Aussteller nutzten die sieben Messetage, den rund 830.000 Besuchern die neuesten Gimmicks aus der Hightechwelt zu zeigen. Die Besucherzahl erreichte damit im Übrigen einen neuen Höchststand. Die Messeleitung konnte außer diesem Re-kord auch eine hohe Zufriedenheit bei den Ausstellern und eine deutlich angestiegene Internationalität sowohl bei den Ausstellern als auch bei den Besuchern registrieren. Und somit kommt die Deutsche Messe AG schlussendlich zu dem Fazit: Die Branche boomt wie keine andere!
Standard für Mobile-Gaming
Ericsson, Motorola und der Siemens-Geschäftsbereich Information and Communication Mobile planen eine gemeinsame Industrieinitiative. Diese soll Standards für eine mobile Spieleplattform festlegen, die sowohl bestehende als auch neue Technologien nutzen soll. Ziel der Initiative sei es, Mobilfunkoperatoren und Entwicklern für Mobile Games eine industrieeinheitliche Plattform zu bieten. Damit soll vor allem die derzeitige Problematik aus der Welt geschafft werden, dass jeder Mobilfunkanbieter einen auf unterschiedlichen Standards basierenden Gamesservice zur Verfügung stelle. Ein erster Schritt soll die Entwicklung eines einheitlichen Application Programming Interface (API) und Software Development Kit (SDK) sein. Als weiteren Technologiepartner hat sich das Konglomerat Metrowerks an Bord geholt. Die US-Amerikaner werden sich mit der Entwicklungsumgebung "CodeWarrior" am Projekt beteiligen. Erste Ergebnisse werden im 3. Quartal dieses Jahres erwartet.