Nachdem bereits eine Woche vor der Show die Preise der drei Konsolen gesenkt wurden, konzentrierten sich SCE, Microsoft und Nintendo auf der E3 auf das Thema Vernetzung. Mit jeweils unterschiedlichen Ansätzen wollen alle drei das gleiche Ziel erreichen: das Videospielen revolutionieren.

Mit der diesjährigen E3 hat Sega die Neuausrichtung vom Hardware- zum Multiplattform-Publisher vollzogen. Dies verkündeten die Sega-Offiziellen auf der Show. Doch nicht wegen der offiziellen Darstellung des Software-Portfolios war Sega in den Köpfen der Messebesucher wohl omnipräsent. Vielmehr hoben die Ankündigungen der drei Hardwarekontrahenten Sony Computer Entertainment (SCE), Microsoft und Nintendo Sega indirekt als Trendsetter und Vorreiter der Konsolentechnologie hervor. Alle drei stellten ihren Messeauftritt unter das Motto "Vernetzung" und setzten damit auf eines der Themen, weswegen Segas Dreamcast bis zu ihrem Ende belächelt worden war. Bereits im Herbst wollen alle drei Konsolenhersteller die ersten Auffahrten zur Datenautobahn fertig gestellt haben.

Spieler der Welt, vereinigt euch

Sehr ambitioniert geht dabei Microsoft vor: Der entsprechende Service, "Xbox Live", soll noch in diesem Jahr in allen drei Territorien Nordamerika, Japan und Europa starten. Die erforderlichen Rechenzentren für den Aufbau des Breitbanddienstes werden derzeit eingerichtet. Nach Aussagen von Microsoft haben sich weltweit 60 Spielefirmen verpflichtet, Spiele für "Xbox Live" zu entwickeln. Ein Minimum von 50 Titeln soll bis Ende 2003 erhältlich sein. In den USA werden Xbox-Kunden den Dienst mit einem etwa 50 Dollar teuren StarterKit nutzen können. Darin enthalten sind ein Jahresabonnement von "Xbox Live", das Onlinerennspiel "ReVolt" von Acclaim sowie der so genannte Xbox Communicator, ein Headset, mit dem die Spieler während der Onlinepartien miteinander kommunizieren können und das direkt an einen Controller angeschlossen wird.

Mit welchen Paketen und vor allem zu welchen Preis "Xbox Live" in Japan und Europa starten wird, steht derzeit noch nicht fest. SCEs Pläne für die Vernetzung waren schon lange vor der Show bekannt. Vollzogen wird die Vernetzung noch in diesem Jahr mit der Auslieferung der PS2-Festplatte. Langfristig will der Sony-Konzern neben dem Feature Onlinegaming auch einige andere Unterhaltungsservices anbieten, von Video on Demand bis hin zu Musik und einem eigenen Breitbandmagazin. Anders als bei Microsoft ist mit einem Start im gesamten Europa noch in diesem Jahr nicht zu rechnen. SCE Europe-Chef Chris Deering begründet dies vor allem mit der Vielschichtigkeit des europäischen Markts, weitere Details könne er erst ab dem vierten Quartal bekannt geben. Nur eines wird bereits jetzt deutlich: SCE setzt bei der Vernetzung auf Sicherheit. Laut Deering verfügt jede einzelne PS2-Disk über einen eigenen ID-Code, der im Zeitalter der Vernetzung auch zum Schutz vor Raubkopien eingesetzt werden soll.

Im doppelten Sinn von Vernetzung sprach auf der E3 Nintendo. Einerseits ist damit die Verlinkung von GameCube und Game Boy Advance gemeint: Derzeit befinden sich nach Unternehmensangaben mehr als 20 Spiele in der Entwicklung, die eine solche Verlinkung nutzen. Daneben hat aber auch Nintendo Onlinepläne enthüllt, allerdings zunächst nur für die USA. Auch "Big N" will den Zugang über ein Zusatzgerät anbieten, das noch im Herbst für rund 35 Dollar vermarktet werden soll. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern setzt Nintendo auf eine möglichst risikoarme Strategie.

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