Moral und Ethik in Spielen: Gut-Böse-Schema unzureichend
In der aktuellen Ausgabe des "International Review of Information Ethics" nehmen sich die beiden Autoren Elizabeth A. Buchanan und Prof. Charles Ess Fragen der Moral und Ethik in Computer- und Videospielen an.
Das Online-Journal "International Review of Information Ethics", offizielle Publikation des US-amerikanischen International Center for Information Ethics, befasst sich mit grenzüberschreitenden und kulturübergreifenden Fragen und Problemen der moralischen und sozialen Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologie. In der aktuellen Ausgabe beschäftigten sich die Autoren Elizabeth A. Buchanan und Prof. Charles Ess mit Computer- und Videospielen. Aufgeschreckt durch die Skandale der jüngeren Vergangenheit diagnostizieren die Autoren eine "moralische Panik" bei Eltern und Politikern, die, wenn auch zuweilen begründet, dem Themenkomplex nicht gerecht werde. Denn ethische Fragen, die von Spielen aufgeworfen werden, seien zu umfassend, um in ein einfaches Gut-Böse-Schema gepresst zu werden.
Sowohl in Single- als auch Multiplayerspielen wurden anthropologische, philosophische und ethische Herausforderungen erkannt. Fortlaufend hätten sich Spieler demnach Fragen nach individueller und Gruppenverantwortung, Probleme der kulturübergreifenden Interaktion, zentrale Fragen über das Wesen von Realität, ihrer individuellen und sozialen Konstruktion durch menschliche Erfahrung, die Frage nach der menschlichen Natur, dem Wesen des Spiels, und schließlich, der Gestaltung eines gelungenen Lebens sowohl auf individueller als auch Gemeinschaftsebene zu stellen.
Die Beiträge können kostenfrei unter www.i-r-i-e.net abgerufen werden.