NDS und Wii bescheren Nintendo Rekordjahr
Um satte 89,8 Prozent ist der Konzernumsatz von Nintendo im zum 31. März beendeten Geschäftsjahr angewachsen. Neben Dauerbrenner Nintendo DS, der im Hard- wie Softwarebereich neue Bestmarken erzielte, sorgte auch der äußerst erfolgreiche Start von Wii dafür, dass das Geschäftsjahr 2006 als Rekordjahr in die Unternehmensgeschichte eingehen wird.
Der anhaltende Erfolg von Nintendo DS im Hard- wie Softwarebereich und der mehr als gelungene internationale Wii-Start bescherten Nintendo für das abgelaufene Geschäftsjahr neue Rekordzahlen. Auf 966,534 Mrd. Yen (ca. 5,949 Mrd. Euro) belief sich der Konzernumsatz zum Stichtag 31. März 2007, was eine Steierung über Vorjahr um statte 89,8 Prozent bedeutet. Operativ erzielte Nintendo gar ein Plus von 150,2 Prozent auf 226,024 Mrd. Yen Gewinn (rund 1,301 Mrd. Euro). Unterm Strich verblieben 174,290 Mrd. Yen (ca. 1,073 Mrd. Euro) Nettogewinn in den Firmenkassen, eine Steigerung von 77,2 Prozent im Jahresvergleich.
Die Strategie Nintendo sei voll aufgegangen, führt der Vorstand die guten Zahlen auf die erfolgreiche Zielgruppenerweiterung der vergangenen Monate zurück. Mit NDS, Wii und den Spielen der "Touch Generation" habe Nintendo wie gewünscht ältere Konsumenten sowie Spielerinnen gezielt und vor allem erfolgreich angesprochen. Dies spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen der "Touch Generation"-Spiele wider, die sich international auf konstant hohem Niveau bewegen. Überflieger ist hier "New Super Mario Bros.", von dem im Bilanzzeitraum ganze 9,5 Mio. Kopien abgesetzt wurden. Dicht auf den Fersen folgt "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging - Wie fit ist Ihr Gehirn?", das es auf 8,08 Mio. verkaufte Kopien gebracht hat. Die Spiele der "Nintendogs"-Reihe (6,95 Mio. verkaufte Kopien) und die beiden neuen "Pokémon"-Spiele "Diamond" und "Pearl" (zusammen 5,21 Mio. verkaufte Kopien) erzielten vergleichbar große Erfolge. Die Einführung der Lite-Version des NDS-Handhelds hat den Abverkauf der vormals schon stark nachgefragten Hardware nochmals angefeuert. Verkaufte Nintendo seit NDS-Start im Frühjahr 2005 rund 18 Mio. DS-Geräte in der Launchversion, so wurden von der Lite-Fassung seit Sommer 2006 weltweit mehr als 21 Mio. Geräte abgesetzt. Life-to-Date beträgt die installierte NDS-Basis über 40 Mio. Geräte.
Einen ähnlich vielversprechenden Start legte auch Wii an den Tag. In nur fünf Monaten verkaufte Nintendo eigenen Angaben zufolge über 5,84 Mio. Wii-Konsolen weltweit. Dem Next-Gen-Martkführer Microsoft sitzt der japanische Traditionshersteller somit im Nacken, wenn es um die Konsolenkrone im Next-Generation-Markt geht. Nach Territorien leben die eifrigsten Wii-Fans derzeit in Nordamerika, wo über 2,4 Mio. Konsolen einen Abnehmer fanden. Mit gut zwei Mio. Verkäufen folgt der japanische Markt, Europa liegt mit 1,47 Mio. verkauften Wiis auf dem dritten Platz. Mit den Softwareverkaufszahlen zu Wii straft Nintendo zudem Kritiker Lügen, die der neuen Nintendo-Konsole nur geringe Softwareabverkäufe zugestehen wollen. Seit Launch setzte der Konzern demnach über 28,8 Mio. Wii-Spiele ab, was zum derzeitigen Zeitpunkt eine Hardware-Software-Ratio von 1:4,9 ergibt.
Die Luft geht indes immer mehr den älteren Nintendo-Plattformen aus. Kaum noch eine Rolle spielt z.B. GameCube in den Planungen, der es im vergangenen Geschäftsjahr weltweit auf nur noch 730.000 Hardwareverkäufe brachte. Software hingegen wurde noch bewegt: 16,8 Mio. GCN-Spiele setzte Nintendo im Bilanzzeitraum ab.
Trotz der anhaltend guten Nachfrage und der auch von Nintendo konstatierten besseren Konjunkturaussichten geht der Vorstand derzeit nicht davon aus, das im abgelaufenen Geschäftsjahr realisierte Tempo beibehalten zu können. Zwar geht der Konzern davon aus, dass das laufende Geschäftsjahr zum 31. März 2008 mit einem erneuten Umsatzplus von 17,9 Prozent beendet werden wird, der Nettogewinn soll mit rund 175 Mrd. Yen aber nur geringfügig wachsen.