Im Januar haben 5,9 Mio. Europäer PC-Onlinespiele genutzt. Im Ländervergleich erwies sich Deutschland mit 1,5 Mio. Usern als größter Markt, dicht gefolgt von Frankreich und den Niederlanden. Das belegt eine aktuelle Studie der Marktforscher von Nielsen//NetRatings.

Wie aus aktuellem Zahlenmaterial von Nielsen//NetRatings hervorgeht, verzeichnet der Sektor Onlinegaming in Europa derzeit ein beträchtliches Wachstum. Im Januar 2003 haben den Daten zufolge 5,9 Mio. Europäer über einen privat genutzten Heim-PC Spieleangebote im Internet genutzt. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine Steigerung von über 100 Prozent. In Deutschland stieg die Nutzung von Onlinespielen im gleichen Zeitraum um 50 Prozent auf 1,5 Mio. User. Laut Marktforschern ist Deutschland damit der größte Markt für Internetspiele, dicht gefolgt von Frankreich.

In erster Linie würden Gelegenheitsspiele bevorzugt, wie etwa einfache Kartenspiele und Arcadegames. Spieler von aufwendigen Rollenspielen, wie etwa "EverQuest", seien in der Minderheit. Die beliebteste Gamingsite der deutschen Surfer war im Januar 2003 4players.de mit 590.000 Besuchern. "Der enorme Anstieg bei der Nutzung von Onlinegaming im Internet lässt sich unter anderem auf die Verbesserung der Spieletechnologie zurückführen", kommentierte Tom Ewing, Internet Analyst bei Nielsen//NetRatings, die Wachstumsraten.

Breitbandanschlüsse haben sich verdoppelt

"Dieser Sektor profitiert vom Erfolg der Konsolenhersteller, die Online- und Breitbandgaming bereits in ihre Entwicklungspläne mit einbezogen haben." Der entscheidende Faktor für den Aufschwung des Onlinegamings liege aber in der steigenden Anzahl von schnellen Internetverbindungen, wie der Breitbandtechnologie. In Deutschland habe sich die Anzahl der Breitbandanschlüsse im letzten Jahr mehr als verdoppelt, resümiert Nielsen//NetRatings in ihrem Bericht. "Was wir derzeit erleben, ist ein enormer Anstieg an Breitbandzugängen. Onlinegaming ist einer der Bereiche, die davon besonders profitieren werden." Das Wachstum des Sektors Onlinegaming sei das erste Anzeichen dafür, dass der lang erwartete Breitbandboom in Europa bereits begonnen habe.

Die kommerzielle Attraktivität von Onlinegaming sei dabei offensichtlich: "Die,Stickiness' der Onlinegamer, dass heißt, die durchschnittliche Zeit, die Surfer auf einer Seite verbringen, ist sehr hoch", sagt Ewing. Der durchschnittliche Besucher von Onlinegamingangeboten verbringe mehr als zwei Stunden pro Monat auf diesen Seiten. "Verglichen mit anderen Kategorien, wie beispielsweise Nachrichten und Informationen, die ihre Besucher im Schnitt nur 13 Minuten pro Monat binden, bietet Onlinegaming damit eine attraktive Plattform für Werbetreibende", meint Ewing. Derzeit würden die Angebote noch überwiegend von männlichen Surfern besucht. In Europa liege der Anteil männlicher Spieler durchschnittlich um den Faktor 2,5 über dem der weiblichen. Eine Ausnahme würden einzig die Niederlande bilden. Hier sei nahezu eine gleichmäßige Verteilung von Spielern beiderlei Geschlechts festzustellen.

"Möglicherweise ist dies ein Indiz dafür, dass die Nutzerschaft hinsichtlich der Geschlechtsverteilung eine umso ausgeglichenere Struktur aufweist, je etablierter der Sektor Onlinegaming in einem Markt ist", vermutet Ewing. "Bei der Analyse der Altersstrukturen fällt auf, dass die Gruppe der Zwölf- bis 24-Jährigen mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit auf diesen Angeboten zu finden ist wie andere Altersgruppen.

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