Präzedenzfall "San Andreas"?
Die Untersuchung des Entertainment Software Rating Boards gegen Rockstar im Falle "GTA: San Andreas" könnte die Diskussion über den Jugendschutz in den USA verschärfen. Vielfach wird offenbar befürchtet, hier könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden.
Durch die jüngsten Vorwürfe und Untersuchungen im Falle des "Hot Coffee"-Mods für "GTA: San Andreas" könnte sich die Jugendschutz-Diskussion in den USA verschärfen. Laut US-Medien steigen Befürchtungen vor einem Präzedenzfall. Derzeit wird spekuliert, ob Take 2 bzw. Rockstar auch dann mit Sanktionen belegt werden könnten, wenn der eigentliche Code nicht in der Verkaufsversion enthalten war. Ein Szenario, in dem Entwickler und Publisher künftig für Game-Modifikationen aus der Fanszene verantwortlich gemacht werden könnten, hätte erhebliche Auswirkungen auf die wachsende Mod-Szene. Aus Sicherheitsbedenken könnten dann zahlreiche Studios darauf verzichten, Mod-Tools überhaupt anzubieten. An derartigen Spekulationen beteiligt sich das Entertainment Software Rating Board derweil nicht.
Einen ähnlich gelagerten Fall gab es Anfang 2004 auch hierzulande. Aufgrund der "Ragdoll"-Funktion musste die zunächst ausgelieferte Version von "Far Cry" zurückgerufen werden. In der deutschen Fassung zwar inaktiv, aktivierte ein Internetpatch die umstrittene Funktion. Die USK stellte eine Inhaltsgleichheit mit der indizierten englischen Fassung fest. Woraufhin Publisher Ubisoft die im Handel befindlichen Versionen austauschen musste. In der nun "Deutsche Version" betitelten Fassung wurden die Codes der Ragdoll-Funktion komplett entfernt.
Der Unterschied zum "Far Cry"-Fall liegt aktuell aber im ungeklärten Ursprung der "Hot Coffee"-Funktionen. Momentan steht Aussage gegen Aussage. Rockstar bestreitet eine Verwicklung, während der Mod-Autor dabei bleibt, er habe lediglich versteckte Funktionen freigeschaltet.