Ähnlich wichtig wie die Weihnachtszeit ist für Edutainmentanbieter das Geschäft zu Ostern. Im Jahresverlauf stellt es einen Höhepunkt in den Planungen und bei den Umsätzen dar. Aber 2001 waren einige Unternehmen von ihrem Ostergeschäft enttäuscht. GamesMarkt.de hat Publisher nach den Ergebnissen dieses Jahres gefragt.

Im vergangenen Jahr waren einige Publisher mit ihrem Ostergeschäft unzufrieden. Entsprechend vorsichtig fiel bei manchem Unternehmen die Einschätzung für 2002 aus. Wie bei Kiddinx Entertainment: "Unsere Erwartungen waren gedämpft, weil die Verbraucher seit Februar viel Zurückhaltung geübt haben", sagt Geschäftsführer Wolfgang Otterstein. Dennoch sei das Ostergeschäft zufrieden stellend verlaufen, wozu attraktive Zweitplatzierungen und Aktionen in den Non-traditional Outlets beigetragen hätten. Auch hatte Kiddinx Entertainment die Veröffentlichung einiger Titel extra auf Ostern abgestimmt. Als Topseller im Segment CD-ROM erwiesen sich aber Produkte, die bereits seit ihrem Erscheinen im Januar Verkaufsschlager sind: "Benjamin Blümchen: Meine elefantenstarke Spielesammlung" und "Bibi Blocksberg: Meine verhexte Spielesammlung".

Kein Wunder, dass das Ostergeschäft in diesem Jahr für den Kindermedienpublisher besser ausgefallen ist als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Grund: "2002 sind wir produktmäßig viel besser aufgestellt", so Geschäftsführer Otterstein. Attraktive Titel, massive TV-Werbung sowie themen- und anlassbezogene Aktionen hätten sich gut auf den Absatz ausgewirkt. Offensichtlich trotzte auch die Digital Publishing AG der schlechten Wirtschaftslage und sieht ihre Erwartungen ans Ostergeschäft erfüllt. Dazu Vertriebsvorstand Peter Lackner: "Auch wenn zum Beispiel die Bereitschaft zur Lagerhaltung abnimmt, sehen unsere Zahlen entgegen dem allgemeinen Trend sehr positiv aus." Im Vergleich zum Vorjahr sei der Umsatz gestiegen. Generell unterliege der Verkauf des Vorzeigeprodukts von digital publishing, der Sprachlernsoftware "Interaktive Sprachreise", aber keinen saisonalen Schwankungen. "Zwar bemerken wir einen leichten Anstieg ab Ostern. Der hängt aber weniger mit dem Osterfest als vielmehr mit der beginnenden Reisezeit und dem zweiten Schulhalbjahr zusammen", sagt Lackner.

Goetz von Poncet, Vertriebsleiter des Topos Verlags, sagt, dass sich in diesem Frühjahr vor allem die Erwartungen an den Konsolenwettbewerb nicht erfüllt hätten. Das Thema sei nach wenigen Tagen wieder aus den Medien und den Köpfen der Verbraucher verschwunden und habe keinen Verkaufsboom bei Software ausgelöst. Zudem schlägt sich die allgemein schlechte ökonomische Situation mit extrem gestiegenen Lebenshaltungskosten auch im Kaufverhalten nieder. "Damit sind eher negative Voraussetzungen geschaffen, um auch bei Mitnahmeartikeln wie unseren hohen Umsatz zu generieren", sagt von Poncet. Topos steuere dieser Entwicklung mit einem guten Riecher für aktuelle Themen entgegen. Erwartungsgemäß verkauften sich die Titel erfolgreich, die aktuellen Trends folgten: "Bewerbungen leicht gemacht", bedingt durch die Situation am Arbeitsmarkt, "16.000 Stadtpläne" aufgrund der näher rückenden Urlaubszeit und "Das Geheimnis der Ringe" durch den "Tolkien"-Kinohype.

Aber auch alle Word- und Excel-Ratgeber würden in guten Stückzahlen abgesetzt. 2001 habe das Ostergeschäft sieben bis acht Prozent zum Gesamtjahresumsatz von Topos beigetragen. "Auch in diesem Jahr wird der Wert in dieser Dimension liegen", sagt der Vertriebsleiter. Er zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden, aber insgesamt hätten sich die Erwartungen nicht erfüllt.

Weitaus besser als im vergangenen Jahr ist das Ostergeschäft 2002 für den Westermann Schulbuchverlag verlaufen, sagt Ralf Lischewski, Leiter Internet und Neue Medien: "Ich bin zufrieden mit dieser Basis, auf der wir konsequent aufbauen wollen." Die Erwartungen des Edutainmentanbieters seien erfüllt worden. Topseller im Sinne einzelner herausragender Produkte habe der Verlag zwar nicht gehabt, aber von den gängigen Produkten habe man höhere Stückzahlen abgesetzt. Generell profitiere der Markt derzeit von der erhöhten Sensibilität der Verbraucher und der gestiegenen Nachfrage nach guter Lernsoftware. Zunehmend werde diese zu einem Geschenkartikel für Feiertage wie Ostern. Zum diesjährigen Auferstehungsfest wollte das Unternehmen auch mit neueren Titeln präsent sein: der Reihe "Mathematikus", die für die Grundschule weiter ausgebaut werden soll, und einer neuen Produktreihe zur Rechtschreibung in der Grundschule mit Namen "Leporello". "Diese und weitere Produkte waren jedoch für das Ostergeschäft nicht rechtzeitig fertig", so Lischewski.

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