Auch wenn echte Hardcorezocker verächtlich auf Spieler herabschauen, die nicht ohne Hilfestellungen auskommen, lautet die Devise: Lieber mal ins Lösungs-Manual spicken, als vor Frust Maus oder Joypad an die Wand zu klatschen.

Wenn sich James Bond mal wieder verfahren hat, Cate Archer in den eisigen Weiten Sibiriens nicht mehr weiter weiß oder sich der "Age Of Mythology"-Spieler an einer Kampagne die Zähne ausbeißt, ist guter Rat - im wahrsten Sinne des Wortes - teuer.

Denn damit die Spiellust nicht in Frust umschlägt und das Game im Schrank verstaubt, ist schnelle Hilfe gefragt. Ob sich ein Spieler dabei für ein traditionelles Lösungsbuch entscheidet oder ob er sich im schier unendlichen Wissensvorrat des Internets bedient, hängt von mehreren Faktoren ab.

Eine Stichprobe bei Amazon.de, liefert nach Eingabe des Suchbegriffs "Lösungsbuch" (in der Rubrik "PC- & Videospiele") immerhin 247 Treffer. Angefangen bei Wirtschaftssimulationen wie "RollerCoaster Tycoon 2" über Echtzeitknüller ("Age Of Mythology" und "Anno 1503 - Aufbruch in eine neue Welt") bis hin zu den Action-Titeln "Hidden & Dangerous I2" und "Unreal Tournament 2003" - zu fast jedem potenziellen Longseller steht das passende Lösungsbuch bereit.

Dies ist nicht weiter verwunderlich, da sowohl Spieleproduzenten als auch Fachverlage wie Brady Games (www.bradygames.com) und Prima Publishing (http://de.primagames. com) bereits vor Jahren erkannt haben, dass Lösungsbücher essenzielle Bestandteile einer guten Marketingstrategie sind und zusätzliches Geld bringen. Dies gilt in erster Linie für diejenigen Spielehelfer, die sich mit dem Logo offiziell schmücken dürfen, also in enger Zusammenarbeit mit den Programmierern oder Publishern entstanden sind.

Allerdings bedeutet offiziell nicht zwangsläufig auch exklusiv. Bekanntestes Beispiel stellt hier das Unternehmen Microsoft dar, das zu jedem absoluten Top-Titel wie beispielsweise "Age Of Mythology" auch gleich das passende Lösungs- bzw. Strategiebuch auf den Markt bringt. Und da sowohl Spiel als auch Buch quasi aus einer Hand kommen, steht fest, dass es kaum noch "offizieller" geht.

Umso überraschender ist aber die Tatsache, dass auch der Sybex-Verlag seine aktuellste Spielehilfe unter dem Titel "Das offizielle Buch zu "Age Of Mythology" verkaufen darf. Warum? Ganz einfach: Sybex hat seine Lizenzverträge nicht mit der in Unterschleißheim ansässigen, deutschen Tochter Microsoft GmbH sondern mit Microsoft USA abgeschlossen. Und offensichtlich wird dem Fachverlag eingeräumt, Bücher zu MS-Games mit dem "Offiziell"-Label zu vermarkten.

Da sich wohl kein einziger Gamer zu jedem neuen Spiel auch gleich das passende Lösungsbuch zulegt und Games-Magazine aufgrund der monatlichen Erscheinungsweise eigentlich auch keine große Hilfe darstellen, hat sich im Web eine regelrechte Cheat-Subkultur etabliert.

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