Softwarepiraten: Koch und Partner gehen in die Offensive
Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) wollen Koch Media, JoWooD und Namco Bandai Raubkopierern auf die Schliche kommen. Bei Neuveröffentlichungen werden die Publisher die einschlägigen P2P-Tauschbörsen genau im Auge behalten.
Koch Media Deutschland, JoWooD und Namco Bandai haben sich auf ein härteres Vorgehen gegen Raubkopierer verständigt. Gemeinsam und mit Unterstützung der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU) will der Publisher-Verbund den Softwarepiraten auf die Schliche kommen. Im Visier dabei: Die einschlägigen P2P-Tauschbörsen im Internet. Kommt eine Neuveröffentlichung auf den Markt, scannt eine spezielle Software, ob und über welche Kanäle das Spiel seinen Weg in eine Tauschbörse gefunden hat. Per IP-Adresse soll dann der Verursacher ermittelt und die Ergebnisse an die Polizeibehörden übermittelt werden. Zudem sollen Schadensersatzforderungen eine abschreckende Wirkung entfalten.
Aber nicht nur diejenige Person, die ein Spiel das erste Mal zum Tausch anbietet, soll belangt werden. Ebenso wollen Koch, JoWooD und Namco Bandai all diejenigen zu fassen bekommen, die das Produkt illegal hoch- oder herunterladen. Strafbewehrte Unterlassungserklärungen sollen die Delinquenten von weiteren illegalen Downloads abhalten. "Wir sind bislang zurückhaltend mit dem Thema Raubkopien umgegangen. Die Zahl der illegalen Raubkopierer in den Peer-to-Peer-Netzen nimmt jedoch immer weiter zu, so werden laut der ipoque-Studie vom Juni 2006 50-80 Prozent des Internet Traffics für Peer-to-Peer-Sharing genutzt", sagt Rechtsanwalt Thomas Merk, Justiziar von Koch Media. Jedoch nur ein sehr geringer Anteil der getauschten Files stammten aus legalen Quellen. "Wir möchten nun ein deutliches Signal setzen und mit diesen Maßnahmen illegale File Sharer davon abhalten, die Urheber zu schädigen. Gegen die Personen, die in Peer-to-Peer-Netzen illegal unsere Produkte tauschen, werden wir mit den uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln vorgehen", so Merk weiter.
Zum Einsatz kommen soll die neue Strategie ab sofort. Schon beim "Gothic III"-Release in wenigen Wochen sollen die P2P-Netzwerke untersucht werden.