Sportfans bleiben EA treu
Neben der italienischen Nationalmannschaft zählt auch Electronic Arts zu den Gewinnern der zurückliegenden Fußball-Weltmeisterschaft. Das offizielle Spiel zum Sport-Großereignis war einer der Hauptumsatzbringer im zurückliegenden ersten Quartal. Die Investitionen in Titel für PlayStation 3 und Wii ließen den Major dennoch im Minus schließen.
Auch Electronic Arts (EA) muss sich während des Konsolen-Generationswechsels an neue Zeiten gewöhnen. Nicht nur, dass die bilanztechnisch verwöhnten Kalifornier ungewohnt hohe Verluste hinnehmen müssen, auch die Prognosen gestalten sich ob des noch nicht absehbaren Erfolgs der einzelnen Plattformen schwierig. So zeigt sich für das zum 30. Juni beendete erste Geschäftsjahresquartal ein zweigeteiltes Bild: Während der Umsatz dank Tophits wie "FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006", "Battlefield 2: Modern Combat" oder "Need For Speed: Most Wanted" um 13 Prozent auf 413 Mio. Dollar anstieg, musste EA operativ und netto Verluste verbuchen. Gedankt ist dieser Umstand vor allem den hohen Investitionen in die Zukunft. Den Launch von PlayStation 3 und Nintendo Wii vor der Brust, verpasst der Branchenprimus den hauseigenen Starttiteln derzeit den Feinschliff. Operativ vermeldet EA für das traditionell schwache Sommerquartal so 119 Mio. Dollar Verlust. Im Vorjahr betrug das operative Minus noch 96 Mio. Dollar. Netto stieg das Minus nach 58 Mio. Dollar aus dem Vorjahr auf nun 81 Mio. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie an.
Und auch für die kommenden Monate weckt EA keine Hoffnungen. Obwohl Chief Executive Officer und Chairman Larry Probst die Software-Marktführerschaft für Microsofts Xbox 360 in Europa und Nordamerika beansprucht, wird sich dieser Umstand kurzfristig noch nicht in barer Münze auszahlen. Für das laufende zweite Quartal mit Ende 30. September prognostiziert EA zwischen 635 und 685 Mio. Dollar Umsatz und einen Nettoverlust je Aktie von 22 bis 28 US-Cent. Und zum ersten Mal seit Jahren müssen sich die Aktionäre auch auf ein negatives Ergebnis zum Geschäftsjahresende im März 2007 einstellen: Bei Umsätzen zwischen 2,8 und drei Mrd. Dollar rechnet der Vorstand mit bis zu 30 US-Cent Verlust je Aktie. Im günstigsten Fall könne mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet werden, so EA.