Umsätze der Programmanbieter stagnieren
Nach kräftigem Wachstum in den letzten zwei Jahren ziehen am sonnigen Horizont der Videoprogrammanbieter langsam erste Regenwolken auf. Im 1. Quartal musste laut FFA wegen rückläufiger Märzumsätze ein niedrigeres Ergebnis verbucht werden.
Insbesondere die zunehmenden Raubkopien wirken sich jetzt nachhaltig aus, so die FFA. In den letzten zwei Jahren zeigte die Wachstumskurve bei Home Entertainment steil nach oben, mit Wachstumsraten bis zu mehr als 30 Prozent. Im 1. Quartal des laufenden Jahrs waren die Umsätze der Videoprogrammanbieter erstmals wieder rückläufig, berichtet die Filmförderungsanstalt (FFA). Wurden im Januar und Februar noch Umsatzsteigerungen von 4,6 und 6,8 Prozent gegenüber den vergleichbaren Vorjahresmonaten erzielt, schlug im März ein Umsatzrückgang von 10,9 Prozent zu Buche. Als Quartalsbilanz steht somit ein Umsatzminus von 1,2 Prozent in der FFA-Bilanz. Jedoch soll sich das Ergebnis noch geringfügig verbessern, weil einige meldepflichtige Videovertriebsfirmen ihre Märzergebnisse der FFA nicht mitgeteilt hätten.
Kein Grund zu Pessimismus
Die Gründe für den Rückgang liegen für die FFA auf der Hand: Neben der Kaufkraftschwäche und den Kriegsauswirkungen seien das illegale Downloading und das verstärkte DVD-Brennen mit verantwortlich für die temporäre Stagnation. "Ich halte nicht viel von einer monatlichen Betrachtung der Ergebnisse der Programmanbieter. Wir werden immer Schwankungen und schlechtere Monate haben. Entscheidend ist das Ergebnis des Gesamtmarkts am Ende. Und hier bin ich äußerst optimistisch, dass wir wieder ein deutliches Wachstum verzeichnen werden", sagte Joachim A. Birr, Geschäftsführer des Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV). Ein entscheidender Faktor für seinen Optimismus: Die großen Blockbuster erscheinen alle erst nach dem 1. Quartal.