USA: CEA arbeitet an E3-Ersatz
Die Consumer Electronics Association, Veranstalter der CES, wittert nach der radikalen Konzeptänderung der weltweit wichtigsten Gamesmesse E3 ihre Chance. Man habe ein Beratungskomitee eingerichtet, um den Bedarf eine Spielemesse an der US-Westküste im Frühjahr zu prüfen.
In den USA bahnt sich ein harter Konkurrenzkampf im Bereich Gamesmessen an: Der Industrieverband Consumer Electronics Association (CEA), der gleichzeitig Eigentümer und Organisator der Consumer Electronics Show (CES) ist, wittert seine Chance. Man habe ein Beratungskomitee ins Leben gerufen, das die Chancen für eine eigene Games- und Entertainmentmesse prüfen soll. Diese Messe solle im Frühjahr an der US-Westküste stattfinden.
Die Ankündigung der CEA kommt nur wenige Tage nachdem der US-Spielepublisherverband ESA - Entertainment Software Association eine radikale Konzeptänderung der E3 - Electronic Entertainment Expo enthüllte. Die E3, bislang die wichtigste Gamesmesse der Welt, soll auf Kongressgröße schrumpfen, um die ausufernden Kosten der Aussteller zu senken. In der Spielebranche war darauf hin weltweit eine Diskussion ausgebrochen, wie sinnvoll ein E3-Besuch dann überhaupt noch sei.
Laut CEA hätten mehr als elf Prozent der CES 2006 Besucher bei einer Umfrage angegeben, auch an Spielethemen interessiert zu sein. "Seit sich die ESA entschlossen hat, die E3 in ihrer bekannten Form nicht mehr durchzuführen, wurden wir mit Anfragen regelrecht überschwemmt", begründet Gary Shapiro, CEO der CEA, den Entschluss, die Chancen für eine Spielemesse prüfen zu lassen. Doch es spricht ein weiterer Grund für das plötzliche Engagement der CEA: Bis zur Einführung der E3 im Jahr 1994 war die CES das größte Spieleevent in den USA. So wurde die original PlayStation einst auf der CES der Öffentlichkeit vorgestellt. Gleiches gilt übrigens auch für die erste Xbox, was ein Zeichen dafür ist, dass die CEA den Spielebereich niemals ganz aus den Augen verloren hat.
Auch wenn die CEA sicherlich die aussichtsreichste Herausfordererin der E3 ist, ist sie beileibe nicht die einzige: Kurz nach der ESA-Enthüllung meldeten sich beispielsweise die Veranstalter der Austin Games Conference bei ehemals für die E3-akkreditierten Journalisten, um für einen Besuch ihres Events zu werben. Auch in Großbritannien rechnet man sich nach dem E3-Aus Chancen auf eine weltweit bedeutende Spielemesse aus.