Laut Vivendi haben die Anteile an Ubisoft einen phänomenalen Wertzuwachs gebracht. Trotzdem nahm der Konzern Abstand von einer Übernahme, zumindest für sechs Monate. Das Gamesbusiness will Vivendi dennoch weiterentwickeln.

Der Krimi geht weiter: Im Rahmen der aktuellen Bilanzpräsentation hat der französische Medienkonzern Vivendi sich einmal mehr zur Causa Ubisoft geäußert. Dabei hat Vivendi nur vordergründig die Nerven der Guillemot-Familie beruhigt, die als Gründer und Anteilseigner von Ubisoft gegen eine Übernahme durch Vivendi sind. So hat Vivendi zwar erklärt, dass der Konzern weder ein Übernahmeangebot vorlegen wird, noch die Kontrolle über das Unternehmen erlangen will und auch keinen Posten im Verwaltungsrat wünscht. Allerdings gelte die Erklärung nur für die nächsten sechs Monate.

Dass eine Übernahme keinesfalls vom Tisch ist zeigen weitere Aussagen Vivendis zum Thema Videospiele. So bestätigte Vivendi, dass die übernommenen Ubisoft-Anteile bereits über einer Milliarde Euro an Wert zulegten, auch wenn dieser Wertzuwachs freilich noch nicht realisiert wurde. Im Hinblick darauf, dass der Gamesmarkt die zweitgrößte Content-Industrie nach Musik sei, halte Vivendi am Vorhaben fest diesen Sektor weiterzuentwickeln. Anders gesagt: Das Gamesgeschäft hat für den Konzern strategische Priorität. Das lässt Vivendis einstige Entscheidung, Activision Blizzard zu verkaufen, immer merkwürdiger erscheinen.

Was das bestehende Games-Geschäft betrifft konnte Vivendi übrigens weiter Fortschritte melden. Die Zahlen des inzwischen zu Vivendi gehörenden Mobile-Games-Publishers Gameloft verbessern sich weiter. In den ersten neun Monaten des Jahres erwirtschaftete Gameloft 193 Millionen Euro Umsatz, bei einem operativen Gewinn von drei Millionen Euro und einem ausgeglichenen EBITA. Bezeichnend dabei ist, dass der Umsatz aus dem Contentverkauf über App-Stores um acht Prozent stieg, der Umsatz der Werbeabteilung von Gameloft, welche die Werbeplätze in den Spielen selbst vermarktet, um satte 129 Prozent.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
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