Direct Mailings sind im Marketingmix der Spielepublisher längst Alltag. Mit einer Mailingaktion zu "SOCOM II" scheint Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED) den Bogen aber überspannt zu haben: Der Plattformanbieter kassierte eine Abmahnung der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V.

"Bei dieser Werbung geht es nicht allein um Fragen des guten Geschmacks, sondern vielmehr um die Täuschung des Verbrauchers über den Charakter der Zusendung", begründet Hans-Frieder Schönheit, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs, die Abmahnung von Sony Computer Entertainment Deutschland (SCED). Wettbewerbsrechtlich sei es auch nicht hinnehmbar, mittels einer solchen Irreführung mit der Angst und Besorgnis von Bürgern über das Schicksal in Krisengebieten eingesetzter nahe stehender Personen zu spielen. Bei dem Mailing hatte SCED in einer ersten Aussendung ein rechteckiges Stück Stoff mit der Aufschrift "Wir stecken in der Scheiße, hol uns hier raus" verschickt. Das Stoffstück war im Army-Look gehalten, hatte ein kreisrundes Loch und einen großen, rot eingefärbten Fleck.

Die Wettbewerbszentrale sprach deshalb in ihrer Presseerklärung zur Abmahnung SCEDs von einem "blutgetränkten Stofffetzen". SCED selbst wehrte sich natürlich in einer offiziellen Stellungnahme speziell gegen diese Aussage. Außerdem machte SCED weitere Angaben zu dem Mailing. Es habe sich um eine kleine Gruppe Spieleinteressenten in Deutschland gehandelt, die ihre Adressdaten bewusst übermittelt hatten, um regelmäßig Informationen über spezielle Spiele und Marketingaktionen zu erhalten. Auch seien sämtliche registrierten Empfänger über 16 Jahre und hätten explizit ihr Interesse an Action-Adventure-Games wie "SOCOM II" geäußert. "Wir haben das Mailing bewusst nicht an die über sieben Millionen PlayStation-Besitzer in Deutschland gerichtet", so Manfred Gerdes, Geschäftsführer von SCED. Auch die Beschränkung auf die Über-16-Jährigen - "SOCOM II" hat eine USK-Altersfreigabe "ab 16 Jahren" - habe die Zahl der angeschriebenen Personen reduziert. Letztendlich sei das Mailing an 15.000 Interessenten verschickt worden, so Gerdes.

Bei SCED sind nach Angaben des Deutschlandgeschäftsführers rund 15 Beschwerden wegen des Mailings eingegangen. "Wir werden uns persönlich mit den Beschwerdeführern in Verbindung setzen und sichern ihnen auf diesem Weg zu, diese Vorgehensweise nicht zu wiederholen", verspricht Gerdes. Auf einen Vorwurf reagiert SCED in der Stellungsnahme nicht: auf den der "groben Form der Tarnung von Werbung und Verschleierung der Identität des Werbenden". In der Tat verschickte SCED das Stoffstück mit einem Absender "US Army Postal Service" und tauchte nicht als eigentlicher Absender auf. Konsequenzen muss das Unternehmen dennoch nicht fürchten. Die Wettbewerbszentrale gab SCED bis 16. April Zeit, die Werbung einzustellen und eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, was SCED laut Wettbewerbszentrale auch prompt tat. Die Mailingaktion war ohnehin bereits seit Anfang April abgeschlossen. Das PR-Feedback ist es dank der Wettbewerbszentrale aber noch nicht.

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Gamescom 2026: Snapshots From the Business Area - Part 2
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By Pascal Wagner 2 min read