Zielgruppenerweitung hat bei EA Priorität
Electronic Arts wird in den kommenden Jahren die Investitionen in Spiele erhöhen, die eine breitere Zielgruppe ansprechen. Der Major nimmt hier vor allem weibliche Spieler ins Visier.
"Keine Spiele für Frauen anzubieten, ist eine unglaubliche Verschwendung von Potenzial", brachte es Sharon Knight, Vice President of Europe Online bei Electronic Arts, auf der Women in Games Conference auf den Punkt. Nach wie vor wird die überwiegende Mehrheit der Spiele für ein männliches Publikum produziert, die die Verkaufscharts von Action- und Strategietiteln bestimmen. Knight vertrat die Ansicht, dass sich dies schnell ändern könnte, wenn weibliche Spieler konsequent bedient würden. Der Königsweg seien aber Spiele, die beide Geschlechter gleichermaßen ansprechen. So konnte "Titanic" die "Star Wars"-Trilogie nur deshalb vom Thron des erfolgreichsten Films aller Zeiten stoßen, weil das weibliche Publikum in den Film strömte, belegte Knight ihre These anhand eines Beispiels aus dem Filmbusiness.
Bei Electronic Arts scheint man über die theoretischen Überlegungen aber schon weit hinaus zu sein. In Nintendos Wii-Plattform und der Megaseller-Reihe "Die Sims" hat der Weltmarktführer die Instrumente erkannt, um eine erneute Branchenrevolution auszulösen. Denn zu welchen Umsatzmarken ein Spiel fähig ist, das beide Geschlechter fesselt, zeigt "Die Sims 2": seit September 2004 bereits auf dem Markt und noch immer zum Vollpreis im Geschäft. Ein absolutes Novum im äußerst schnelllebigen Gamesgeschäft. Aktuell nimmt "Die Sims 2" den neunten Rang in den deutschen PC-Vollpreischarts von media control ein. Erste Auswirkungen der neuen EA-Strategie sind bereits zu spüren. Mit der neuen "Die Sims: Lebensgeschichten"-Reihe bringt der Major Spiele auf den Markt, die sich am Erfolgsrezept beliebter Soap-Operas orientieren. Zudem steht mit Will Wrights neuestem Geniestreich "Spore" ein potenzieller Blockbuster in den Startlöchern, der erneut beide Geschlechter gleichermaßen zum Kauf bewegen könnte.