Dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware wird die aktuelle "Killerspiel"-Debatte langsam merklich zu bunt. Erneut forderte der Verband mehr Sachlichkeit bei der Diskussion, die derzeit vor allem durch Unkenntnis und hohe Emotionalität gekennzeichnet sei.

Nach dem Vorstoß des bayerischen Innenministers Günther Beckstein und verschiedener Medienbeiträge der vergangenen Tage wird dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) die aktuelle "Killerspiel"-Debatte merklich zu bunt. Zum wiederholten Male forderte der Verband mehr Sachlichkeit ein. Vielfach würden sich die derzeitigen Diskussionsbeiträge durch Unkenntnis auszeichnen, so der BIU in einer direkt an die Politik gerichteten Stellungnahme. Dabei äußerte sich der Verband auch zu den Forderungen Becksteins, den Paragrafen 131 Strafgesetzbuch zu verschärfen: "Die teilweise offen zutage tretende Unkenntnis über die rechtliche und tatsächliche Ausgestaltung des deutschen Jugendmedienschutzes führt zu einer inakzeptablen Verbotsdebatte in den Medien. Es ist aus unserer Sicht absolut unverständlich, warum einige Politiker immer noch ein Verbot von gewaltverherrlichenden Spielen fordern, obwohl dieses Verbot bereits seit längerer Zeit Lebenswirklichkeit ist."

Auch die Forderung nach einer Verstaatlichung der Alterskennzeichnung ist für den Verband nicht nachzuvollziehen, sind die Obersten Landesjugendbehörden seit der Umsetzung der Jugendschutznovelle 2003 doch an maßgeblicher Stelle in den Freigabeprozess eingebunden. "Eine weitergehende staatliche Inhaltskontrolle verstößt gegen das Zensurverbot des Grundgesetzes", so der BIU weiter.

Die Industrie, Handel und Konsumenten stünden zu Unrecht am Pranger. Ein ausdrückliches Herstellungs- und Bezugsverbot von Computer- und Videospielen innerhalb des Paragrafen 131 StGB käme zudem einem rechtswidrigen Eingriff in die Grundrechte der Produzenten, Anbieter und Nutzer von Unterhaltungssoftware in Deutschland gleich.

GamesMarkt.de dokumentiert die .

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By Marcel Kleffmann 6 min read