Detailinformationen gibt es zwar noch nicht, aber schon jetzt ist klar: Auf der nächsten E3 kann die Öffentlichkeit die nächste Konsolengeneration bestaunen. Doch Offenheit in allen Ehren: Gefährden die Firmen dadurch nicht den Umsatz mit der aktuellen Generation? MCVgamesmarkt fragte bei den Third Parties nach.

Keine Interessenabkehr In dieser frühen Phase gibt es keine Abkehr bei Kaufinteressenten. Die verfügbaren Informationen sind viel zu vage, um einen potenziellen Kunden abzulenken. Dies ändert sich aber, sobald die nächste Hardwaregeneration "fühlbar" und "sichtbar" geworden ist. Solche Übergangszeiten sind in der Konsolenbranche normal, auch wenn wir sie nicht begrüßen. Für die Industrie ist in solchen Zeiten eine gute Planung das Maß aller Dinge. Selbstverständlich haben wir Verständnis für die Hardwarehersteller, deren PR- und Marketingstrategen mit enormen Anlaufzeiten für ihr Projekt werben müssen. Und ganz abgeschrieben sind die Vorgänger auch nicht: Konami konnte selbst 2004 noch hervorragende Umsätze im PSone-Bereich verzeichnen, wobei das generelle Niveau natürlich um einiges geringer ist. Diese Gewichtsverlagerung wird ebenso bei der aktuellen Hardwaregeneration stattfinden - dann sind die Anbieter der Konsolen gefragt, mit attraktiveren Preisen dagegenzusteuern. Martin Schneider, Manager Consumer Software Konami of Europe

Kein Grund zur Besorgnis Ich denke nicht, dass Grund zur Besorgnis besteht. Im Gegenteil: Die Spieleindustrie unterhält heutzutage ein weltweites Massenmarktpublikum. Technologische Generationswechsel werden traditionell von einem hohen Maß an öffentlichem Interesse begleitet. Das ist auch nötig, und das Thema Computer- und Videospiele als Ganzes kann davon nur profitieren. Zum Ausbau der eigenen Position, besonders auch im Vergleich und Wettbewerb mit benachbarten Branchen, ist die Spieleindustrie auf diese Aufmerksamkeit angewiesen. Thomas Huber, Sales Director Atari Deutschland

Umsatz nicht verschenkt Es wird wie immer einige Monate vor Release der neuen Konsolen der Abverkauf von Vollpreissoftware zurückgehen. Das ist ganz natürlich. Bezüglich der Hardwareverkäufe hängt viel vom Preis der neuen und der alten Geräte ab. Und solange der nicht feststeht, kann man noch keine seriösen Aussagen treffen. Durch Offenheit wird jedenfalls kein Umsatz verschenkt. Andreas Stock, GF Activision Deutschland

Käufer honoriert Offenheit Der Endverbraucher honoriert Offenheit, und diese Offenheit wird weder bestehenden noch Nachfolgeprodukten schaden. Das begründet sich zum einen im technischen Fortschritt, der dadurch vom Kunden wahrgenommen werden kann. Zum anderen ist es immer gut, dem Kunden einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen zu geben. So bleibt das Produkt im Gespräch. Auch sehe ich keine Gefahr für den Spielevertrieb für gängige Plattformen. Die kommenden Konsolengenerationen werden abwärtskompatibel sein, so dass der Kunde nicht überlegen muss, ob er sich jetzt noch ein Spiel beispielsweise für PS2 kaufen soll. Hinzu kommt, dass zu dem Zeitpunkt, an dem Nachfolgeprodukte kommuniziert werden, das Preisniveau der aktuellen Konsolen in der Regel bereits sehr attraktiv ist. Markus Malti, Marketing Director Bigben Interactive

Content gibt Ausschlag Die Ankündigung der neuen Konsolengeneration führt in meinen Augen nicht zu Kaufzurückhaltung - der Content der Spiele wird weiterhin den Ausschlag geben. Solange immer bessere und attraktivere Software entwickelt wird, gibt es keinen Grund, auf die neue Generation zu warten bzw. sich in Zurückhaltung zu üben. Vor allem und gerade weil die aktuellen Konsolen immer noch über enorme Reserven verfügen. Mit "DTM Race Driver 2" auf der PS2 bringen wir in höchster grafischer Qualität 21 Autos gleichzeitig auf die Strecke. Kaufzurückhaltung entsteht erst, wenn die gängigen Konsolen für die Entwickler "ausgereizt" sind. Damit ist in frühestens 18 Monaten zu rechnen. Markus Wiedemann, General Manager Codemasters

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