Deutschlands Spielemarkt im Höhenflug
2005 ist der Umsatz mit Computer- und Videospielen sowie Info-/Edutainmentsoftware in Deutschland auf über 1,3 Mrd. Euro angewachsen. Dabei baute das Videospielgeschäft seinen Vorsprung auf PC-Games weiter aus.
Deutschland wandelt sich immer mehr vom PC- in ein Konsolenspieleland. In Berlin präsentierte der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) nun die Umsatzzahlen für das Jahr 2005, in denen das Konsolenbusiness seinen Vorsprung auf die PC-Games weiter ausbauen konnte. Insgesamt wurden 2005 mehr als 1,32 Mrd. Euro mit Computer- und Videospielen sowie Info-/Edutainmentsoftware hierzulande umgesetzt - ein Plus von vier Prozent im Jahresvergleich. Mit 577 Mio. Euro (43,7 Prozent des Gesamtmarktes) behauptete der Konsolenmarkt seine Vormachtstellung gegenüber den PC-Games, mit denen 471 Mio. Euro umgesetzt wurden (rund 35,7 Prozent des Gesamtmarktes). Dabei verzeichneten die Teilbereiche ein Umsatzplus von sieben respektive drei Prozent. Umsatzeinbußen musste nur der Markt für Info-/Edutainmentsoftware hinnehmen, der mit 272 Mio. um ein Prozent schrumpfte und noch 20,6 Prozent des Gesamtmarkts ausmacht.
Nach Einheiten stieg der Spiele-Absatz in Deutschland um sieben Prozent auf 41,2 Mio. Kopien. Dabei gaben allerdings die Durchschnittspreise zum dritten Mal in Folge nach. Waren 2004 noch durchschnittlich 25,87 Euro für ein PC- oder Konsolenspiel fällig, mussten im vergangenen Jahr nur noch 25,45 Euro dafür bezahlt werden. Erfolgreichstes Spiel war mit mehr als 587.000 verkauften Exemplaren EAs Multiplattformer "Need For Speed: Most Wanted". Auf den Plätzen zwei und drei folgen Take 2s "GTA: San Andreas" mit 531.000 verkauften Kopien und "FIFA 06" (EA, 472.000 verkaufte Einheiten).
Und auch wenn es in den vergangenen Jahren mit dem Spielemarkt in Deutschland stetig bergauf ging, rechnet der BIU für das laufende Jahr mit einem sinkenden Marktvolumen. Der Generationswechsel im Konsolenbusiness werde auch am deutschen Markt seine Spuren hinterlassen, betonte BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters. Jedoch wirke dieser Effekt nur kurzfristig. Ab 2007 rechnet der Verband wieder mit jährlichen Bestzahlen. In den kommenden fünf Jahren werde sich der Markt durch die konsequente Zielgruppenerweiterung auf mehr als 2,6 Mrd. Euro verdoppeln, ist Wolters überzeugt.