E3 schrumpft drastisch
Die E3 2006 war vorerst die letzte Megashow der US-Spieleindustrie. 2007 tritt der US-Industrieverband Entertainment Software Association mit einem neuen Konzept an und kommt damit offenbar Wünschen aus der Industrie entgegen. Auch wurde die Show umbenannt und ein Termin gefunden, der näher am Weihnachtsgeschäft liegt.
Mit einem neuen Konzept wird die Entertainment Software Association (ESA) im kommenden Jahr mit der Electronic Entertainment Expo (E3) antreten. Wie bereits berichtet, wird das wichtigste Event der internationalen Gamesbranche vor allem in der Größe schrumpfen und viel von seinem Eventcharakter verlieren. "Die interaktive Unterhaltungswelt hat sich seit der ersten E3 vor zwölf Jahren verändert", sagte ESA-Präsident Doug Lowenstein. "Über die Jahre ist uns bewusst geworden, dass ein intimerer Rahmen den Bedürfnissen der Branche eher entspricht."
So wird sich die E3 2007 nicht mehr als das Megaevent der vergangenen Jahre präsentieren. Gespräche mit Medien, Handel und Entwicklerszene in einer deutlich ruhigeren Atmosphäre werden wieder in den Mittelpunkt rücken. Dies soll auch die Namensänderung verdeutlichen. Als E3 Media Festival erlebt die Messe den größten Umbruch ihrer zwölfjährigen Geschichte. Für die Veränderungen sprachen auch regionale Messen wie GC - Games Convention, Tokyo Game Show oder G-Star, auf denen die Branche vor Ort ihre Neuheiten vorstellen kann. Ein internationales Megaevent sei nicht mehr zeitgemäß, unterstrich Lowenstein.
Kampflos tritt die ESA ihr Territorium aber nicht ab. Mit dem neuen Konzept geht auch ein neuer Termin einher. Wie Lowenstein in der US-Presse bestätigte, wird die E3 2007 nicht mehr im Mai, sondern erst im Juli stattfinden. Für die Industrie eine willkommene Änderung. Kann sie so ihren Weihnachtshits vor der Messe den letzten Feinschliff geben. Für die internationalen Konkurrenzveranstaltungen jedoch ein durchaus bedrohliches Szenario: Werden doch die großen Neuigkeiten weiterhin für die E3 erwartet. Inwieweit dann noch wichtige Neuankündigungen auf den Folgemessen gemacht werden, bleibt abzuwarten.
Nach bisherigen Informationen sieht das neue Konzept auch einen Umzug aus dem angestammten Los Angeles Convention Center vor. Gegenüber US-Medien skizzierte Lowenstein die Vision: Um die 5000 Messebesucher erwartet der ESA-Präsident im kommenden Jahr zur E3. In diesem Jahr waren noch gut 60.000 Branchenteilnehmer nach L.A. gereist. Die Westküstenmetropole verlassen will die ESA aber offensichtlich nicht. Vielmehr werde die E3 2007 voraussichtlich in einen der größeren Hotelkomplexe der Stadt verlagert.
Dass auch handfeste wirtschaftliche Interessen der Aussteller hinter der Entscheidung stehen, gab die ESA zu. So sei die Kosteneffizienz des neuen Messekonzepts ein ausschlaggebendes Argument. Offenbar fragten sich in den vergangenen Wochen mehr und mehr Publisher, inwieweit sich die Millioneninvestments in gigantische Showstände, Partys und Anreise der internationalen Niederlassungen wirklich auszahlt. Das endgültige Messekonzept soll in den kommenden Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden.