Editorial
Leipzig forever!?
Leipzig, ade! Wir haben es geschafft. Auch die dritte GC war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Die Zahlen in der Statistik der Veranstalter stimmen, ebenso wie die Zahlen in den Büchern der Aussteller. Und aus der knapp gescheiterten Olympiastadt hat die Branche einmal mehr eine fast schon euphorische Stimmung mitgebracht. Das Weihnachtsgeschäft kann kommen, der Rubel wird rollen.
Stopp! Warum geistert dann trotz aller Zufriedenheit jedes Jahr aufs Neue die Idee von alternativen Messestädten wie Köln, Düsseldorf und vor allem immer wieder Berlin durch das klimatisierte Business Center? Zugegeben, vielleicht wären dort tatsächlich Besucherzahlen jenseits der 200.000 möglich. Doch der Umzug in eine größere Stadt allein würde nicht ausreichen. Auch die Stände müssten mitwachsen, und zwar auch in Zeiten knapper Marketingetats. Schließlich kann sich jeder ausmalen, wie begeistert die Zielgruppe wäre, für streng kontrollierte fünf Minuten spielen 30 Minuten anstehen zu müssen.
Da könnte man den Pressetext "Mord und Totschlag vor der Daddelkiste" gleich vorab an die "Bild"-Zeitung schicken. Nein danke! 100.000 glückliche Besucher in Leipzig sind besser als 200.000 unzufriedene Besucher in Berlin. Bei aller Messeanstrengung ist es nur schade, dass auch wir jetzt wieder zwölf Monate warten müssen, bevor es heißt: Hallo, Leipzig, da sind wir wieder!
Stephan Steininger Redakteur MCVgamesmarkt