Editorial
Eine Frage der Moral
Der Disput zwischen Industrie und Consumerpresse ist schon fast so alt wie die CD-Brennerei selbst. In immer kürzeren Abständen werden Tipps, Tricks und Anleitungen gedruckt, wie Software, Musik oder auch DVDs am besten auf einen Silberling gebrannt werden können.
Natürlich darf auch die Anweisung, wie welcher Kopierschutz umgangen werden kann, nicht fehlen. Mit jedem Beitrag, wie jüngst in "Computer Bild", wächst der Unmut der Industrie. Die Krux an dieser scheinbar unendlichen Geschichte: Nach Status quo der Gesetze agieren die Magazine mit Fug und - vor allem - Recht. Und da es im Zeitschriftenmarkt bisweilen mit noch härteren Bandagen zur Sache geht als im Softwaregeschäft, ist die mit fast allen Mitteln betriebene Jagd nach Auflage nachvollziehbar.
Schließlich honorieren die Leser Kopieranleitungen mit entsprechend mehr Käufen am Kiosk, so die Argumentation der Verlage. Aber selbst wenn es rechtlich noch zulässig und wirtschaftlich verständlich sein mag, so stellt sich doch die Frage, ob man wirklich alles machen muss, was man auch darf. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich "Computer Bild" und "Computer Bild Spiele" auf der GC - Games Convention noch als Medienpartner der Branche präse-tiert haben. Unter echter Partnerschaft verstehen wir etwas anderes.
Stephan Steininger Redakteur GamesMarkt.de [mailto:s.steininger@e-media.de@@@s.steininger@e-media.de]