Der US-Spielepublisherverband Entertainment Software Association (ESA) hat erneut Klage gegen ein im US-Bundesstaat Minnesota angestrebtes Gesetz eingereicht. Nachdem ein Gesetz zur Bestrafung von Händlern bereits vor Gericht scheiterte, hat es der neue Gesetzentwurf auf Jugendliche abgesehen, die mit "M" oder "AO" gekennzeichnete Spiele kaufen oder leihen.

Die juristischen Scharmützel zwischen dem US-Publisherverbandsm Entertainment Software Association (ESA) und einzelnen US-Bundesstaaten nehmen kein Ende. Bereits sechs Mal hatte die ESA in den vergangenen fünf Jahren vor Gericht gewonnen und bislang jede Gesetzesinitiative verhindert, die eine Bestrafung von Händlern vorsah, die gewaltdarstellende Spiele an Jugendliche verkaufen. Gewonnen hatte die ESA u. a. auch in Minnesota. Doch genau dort beginnt die nächste gerichtliche Auseinandersetzung. Wie die ESA mitteilt, wurde jetzt erneut Klage gegen einen Gesetzesvorschlag eingereicht. Doch diesmal hat man nicht, wie ursprünglich vorgesehen, die Händler, sondern die Kunden im Visier. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren sollen - so der Vorschlag - 25 Dollar Strafe zahlen, wenn sie dabei erwischt werden, wie sie ein mit "M" (Mature; ab 17 Jahren) oder "AO" (Adult Online; ab 18 Jahren) gekennzeichnetes Spiel kaufen oder leihen. Die ESA sieht hier erst recht einen Verstoß gegen den ersten Verfassungszusatz, der das Recht auf freie Meinungsäußerung in den USA regelt. ESA-Präsident Doug Lowenstein wies zudem darauf hin, dass durch das inzwischen siebte Gerichtsverfahren, dessen Ausgang wohl kaum von den anderen sechs abweichen werde, erneut Steuergelder verschwendet würden, um den freien Verkauf von Produkten der Spielebranche ungerechtfertigt und auf eine unfaire Weise zu beschneiden.

Share this post

Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.