Geiler Geiz? Mehrwertsteuererhöhung beflügelt Anschaffungsneigung
Die Anschaffungsneigung der Bundesbürger ist nach Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) so hoch wie nie zuvor. Vor allem die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 lässt die Bundesbürger ihr Geld frühzeitig investieren.
Viele Bundesbürger wollen mit größeren Anschaffungen offenbar nicht warten, bis Anfang 2007 die Mehrwertsteuererhöhung die Preise anhebt. Vor allem die im Mai erneut kräftig um 15,3 auf 49,8 Punkte angestiegene Anschaffungsneigung der Konsumenten stützt entsprechend die Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung. So liegt der Indikator 71 Punkte über dem Vorjahreswert und damit so hoch wie nie zuvor. Und auch das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung wächst. Um 8,7 auf 30,9 Punkte legte der Indikator zu und erreichte nun einen Wert gut 47 Punkte über dem Vorjahr. Etwas hinterher hinkt die Einkommenserwartung, die mit einem Zuwachs von 5,7 Punkten jedoch erneut bei 5,2 Punkten deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert von null liegt. Für das Konsumklima bedeuten die Steigerungen nach revidierten 5,8 Punkten im Mai einen für den Juni prognostizierten Wert von 6,8 Punkten. Einen vergleichbaren Höhenflug verzeichnete die GfK zuletzt Ende 2001.
Unklar bleibe, ob sich die hohe Anschaffungsneigung nur als Strohfeuer entpuppt oder ob die steigende Binnennachfrage das Wirtschaftswachstum nachhaltig anfeuern kann. Die Aussichten auf das kommende Jahr beurteilt die GfK entsprechend kritisch. Der alles entscheidende Faktor für ein stabiles Wirtschaftswachstum bleibe nach wie vor die Arbeitsmarktsituation.