ITK-Branche profitiert vom Aufschwung
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien bescheinigt dem deutschen Markt ein rasantes Wachstum. Um 0,4 Prozent korrigierte der Verband nun seine Prognose für den deutschen ITK-Markt nach oben. Gleichzeitig wurde der Fachkräftemangel beklagt.
Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat seine Umsatzprognose für den deutschen ITK-Markt nach oben korrigiert. Auch in den Elektro- und Telekommunikationsbranchen ist der Aufschwung mittlerweile angekommen, weshalb der Markt in diesem Jahr voraussichtlich um zwei Prozent auf 149,1 Mrd. Euro wachsen werde. Bislang lag die Prognose bei 1,6 Prozent.
"Die Investitionsbereitschaft bei gewerblichen und privaten Kunden ist hoch", fasst Bitkom-Präsident Willi Berchtold die aktuelle Stimmungslage zusammen. Daran habe auch die höhere Mehrwertsteuer nichts geändert. Wachstumsmotor seien die Bereiche Informationstechnik und digitale Consumer Electronics mit einem Plus von 3,5 respektive 6,5 Prozent. Parallel steigen die Investitionen der Marktteilnehmer spürbar, die sich auch am Arbeitsmarkt auswirken sollen. Einer Bitkom-Umfrage zufolge gibt es derzeit in der deutschen ITK-Branche 20.000 offene Stellen. Gesucht werden vor allem hoch qualifizierte Softwareentwickler, IT-Berater, Projekmanager und Vertriebsspezialisten.
In gerade diesen anspruchsvollen Berufen wirkt sich der akute Fachkräftemangel aber besonders negativ aus. Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik um ein Viertel zurückgegangen, beklagt der Verband. "Das Informatikstudium muss attraktiver werden, um die Abbrecherquote zu senken und mehr Schulabgänger anzuziehen", formuliert Berchtold klare Forderungen an die Politik. Die entstandenen Lücken will der Verband durch die gezielte Zuwanderung qualifizierter Ausländer schließen. Die Einkommensgrenze von 84.000 Euro, die derzeit ein ausländischer Facharbeiter verdienen muss, um dauerhaft in Deutschland leben zu dürfen, hat der Bitkom dabei als größten Hemmschuh ausgemacht. Eine Halbierung sei nötig, um den Interessen der Unternehmen entgegenzukommen. "Es ist immer besser, Spezialisten ins Land zu holen als Jobs zu exportieren", lautet die griffige Verbandsformel.