Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hat JoWooD eine umfangreiche Restrukturierung des Unternehmens angekündigt. Ein Antrag des Aufsichtsrats auf Erhöhung des Grundkapitals um bis zu fünf Mio. Euro wurde von den Aktionären angenommen.

Die österreichische JoWooD Productions Software AG hat kurz vor den Weihnachtsfeiertagen die Weichen für eine umfangreiche Restrukturierung des angeschlagenen Unternehmens gestellt. Einzelheiten wurden am 18. Dezember im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung angekündigt. So spricht JoWooD selbst von einer "massiven Fokussierung auf das Entwicklungsgeschäft". In diesem Zusammenhang sei auch die Zusammenlegung mehrerer Standorte geplant.

Tiefe Einschnitte notwendig

Einzelheiten, welche Büros von diesen Plänen betroffen sind, wurden nicht bekannt gegeben. Durch die Maßnahmen wird es laut JoWooD notwendig sein, etwa die Hälfte aller Arbeitsplätze im Unternehmen abzubauen. Ein erstes, prominentes Opfer wurde bereits auf der Hauptversammlung bekannt. JoWooD und Finanzvorstand Andreas Wiedwald werden künftig getrennte Wege gehen. Die Maßnahmen zur Strukturierung schlagen sich indes deutlich in den Finanzdaten des Unternehmens nieder. Wie bereits bekannt, lag der Umsatz ohne Berücksichtigung der Restrukturierung bei 38,4 Mio. Euro und der Verlust vor Steuern bei 3,7 Mio. Euro. Berücksichtigt man nun die Maßnahmen, ergeben sich ein Umsatz von 30,2 und ein Vorsteuerverlust von 42,9 Mio. Euro.

Grünes Licht gaben die Aktionäre auf der Hauptversammlung einem Antrag des Aufsichtsrats, der eine Erhöhung des Grundkapitals von derzeit etwa 7,6 Mio. um bis zu fünf Mio. Euro vorsieht. Erfolgen soll dies durch die Ausgabe von bis zu fünf Mio. Aktien im Nominalwert von einem Euro unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre. Mit der Kapitalerhöhung will JoWooD die Liquiditätslage sichern.

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By Pascal Wagner 6 min read