Kauflaune auf dem Höhepunkt
Die Anschaffungsneigung der Bundesbürger ist nach Informationen des Statistischen Bundesamtes ungebrochen. Die Zukunft des konjunkturellen Aufschwungs und der Einkommensentwicklung werden hingegen pessimistisch gesehen.
Offenbar bestätigt sich die Prognose der führenden Marktforscher, dass die Bundesbürger größere Anschaffungen noch vor der Mehrwertsteuererhöhung im kommenden Jahr erledigen werden. Anhand aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes lässt sich belegen, dass die Anschaffungsneigung der deutschen Konsumenten ungebrochen hoch ist, während parellel das Vertrauen in den weiteren konjunkturellen Aufschwung und die eigene Einkommensentwicklung schwindet.
Mit einem Minus von 1,4 Punkten im Vergleich zum Rekordmonat Juli erzielte die Anschaffungsneigung mit 56,1 Punkten den zweithöchsten jemals ermittelten Wert. Derweil büßte der Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung gegenüber dem Vormonat vier Punkte ein und erreichte einen Wert von 11,4 Punkten. Somit liegt das Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung mit einem Plus von 23 Punkten zwar deutlich über dem Wert des Vorjahres, an den Aufschwung glauben jedoch wieder weniger Menschen als noch zu Sommerbeginn.
Ähnlich pessimistisch sind die Verbraucher, was die eigene Einkommensentwicklung angeht. Mit minus 3,8 Punkten liegt der Indikator nach wie vor deutlich unter dem langjährigen Durchschnittswert von null. Offenbar glauben die Bundesbürger nicht daran, persönlich von der wirtschaftlichen Erholung profitieren zu können. Dabei zeigt sich im Ost-West-Vergleich, dass die Bürger in den neuen Bundesländern ihre Einkommenssituation deutlich schlechter bewerten.
Nach revidierten 8,5 Punkten im August prognostiziert das Statistische Bundesamt für den September ein leichtes Konsumklimaplus mit 8,6 Punkten. Und auch zu einer ersten Prognose für das Gesamtjahr ließen sich die Nürnberger Statistiker hinreißen. Demnach steige der private Konsum 2006 gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent an.