Der Karlsruher Entwickler und Publisher Flaregames steht vor einem tiefen Einschnitt. Die bevorstehende Restrukturierung kostet laut Gründer Klaas Kersting 45 Jobs. Auch Kertsing räumt seinen Posten und übergibt an Todd English.

Schlechte Nachrichten von Flaregames. Der Karlsruher Mobile-Game-Entwickler und -Publisher steht vor einer Zäsur. Gründer Klaas Kersting kündigt in einem Statement auf der Website eine umfassende Restrukturierung an. Statt sich als Full-Service-Publisher und -Entwickler zu positionieren wird sich Flaregames auf die Bereiche Entwicklung, Live-Game-Operations und Marketing fokussieren. Ziel ist, dass kleinere Service-Teams den Partnerstudios in diesen Segmenten einen noch besseren Service bieten können.

Die Konsequenz des Radikalumbaus ist unter anderem der Abbau von insgesamt 45 Stellen am Standort Karlsruhe. Auch Kersting selbst wird seinen operativen Posten räumen. Für ihn übernimmt Todd English als CEO. English war bisher Head of Studio.

Kersting kündigte weiterhin die Gründung einer neuen Firma an, die neben Flaregames agieren wird. Diese Firma wird Eigentümerin der Flaregames-eigenen Studios KeenFlare in Frankfurt und Kopla Games in Tampere. Mit weiteren Studios befinde man sich derzeit in Übernahmeverhandlungen und stehe zum Teil vor einem Abschluss. Kersting, der seit 15 Jahren im Markt als Business-Angel und Investor aktiv ist, will sich künftig auf diesen Geschäftsbereich, also dem Investment in Studios und IPs, widmen. Weitere Informationen zu diesen Plänen sollen im Januar bekannt gegeben werden.

Den harten Einschnitt begründete der Flaregames-Gründer mit der mangelnden Langzeitperspektive für Flaregames in seiner bisherigen Form. So seien die letzten Produktlaunches zwar sehr erfolgreich, aber man habe nicht das Level erreicht, das den Erfolg der Firma in seiner bisherigen Aufstellung langfristig sichert.

Kersting betrieb mit Flaregames eine massive Expansionsstrategie, investierte immer wieder in neue Studios und nahm neue Developer unter Vertrag. Im Oktober 2015 erfolgte der erste, größere Rückschlag: Flaregames stellte die Entwicklung am Standort Karlsruhe komplett ein. Zwei Jahre später, im September 2017, war die Muttergesellschaft Flarehames Holding zahlungsunfähig. Es wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Im Mai 2018 wurde eine Abschlagsverteilung beschlossen.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
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