Lowenstein redet zum Abschied Tacheles
Mit einem Paukenschlag verabschiedete sich der langjährige Präsident der Entertainment Software Association (ESA), Doug Lowenstein, auf dem DICE-Summit in Las Vegas. Zum Ende seiner Amtszeit holte Lowenstein zum Rundumschlag aus und prangerte das mangelnde Verantwortungsbewusstsein der Branche an.
Der langjährige Präsident der Entertainment Software Association (ESA), Doug Lowenstein, zieht sich mit einem Paukenschlag aus der Unterhaltungssoftwarebranche zurück. Zum Abschluss seines 13-jährigen Verbandsvorsitzes nutzte Lowenstein das DICE-Summit in Las Vegas, um mit der Branche hart ins Gericht zu gehen. In klaren Worten prangerte Lowenstein beispielsweise das mangelnde Verantwortungsbewusstsein der Branche an. "Es ist toll, wenn Entwickler und Publisher kontroverse Titel produzieren. Aber verdammt noch mal! Versteckt euch nicht länger, wenn Kritik kommt", appellierte Lowenstein an die versammelte Branchenprominenz. "Es macht mich krank zu sehen, wie diese Branche still dasitzt und hofft, dass andere die Probleme lösen", kritisierte der scheidende ESA-Präsident und monierte weiter, dass die Spieleindustrie reflexartig die gleichen Argumente vorbringt, sobald ein Produkt ins Kreuzfeuer der Kritik gerät.
Als pathologisch bezeichnete Lowenstein das Phlegma, mit dem in der Unterhaltungssoftwareindustrie oftmals reagiert werde. Den Zuhörern lieferte Lowenstein britischen Medien zufolge auch gleich ein Beispiel. So forderte er die Zuhörer auf sich zu melden, die sich im Video Game Voters Network eingetragen hätten. Über die von der ESA organisierte Internetseite können sich US-Wähler mit einem Standardschreiben direkt an ihren Abgeordneten wenden und sich für die Belange von Spielern und Industrie stark machen. Lowenstein zufolge erfordere die Prozedur nur einige Minuten. Trotzdem war nur ein Bruchteil der Anwesenden so engagiert, die Aktion zu unterstützen.