Propagandawaffe Spiel
Mit "America's Army" haben die Vereinigten Staaten erstmals ein Computerspiel offen zu Rekrutierungszwecken eingesetzt. Internationalen Berichten zufolge kopiert nun eine Gruppe iranischer Studenten das Vorgehen und entwickelt ein PC-Spiel zum schwelenden Atomkonflikt der beiden Länder.
Politik und Militärs haben offensichtlich in den vergangenen Jahren verstärkt die Propagandawirkung von Computer- und Videospielen erkannt. Wurden früher lediglich Flugsimulationen im Pilotentraining eingesetzt, dienen Spiele heutzutage auch als Rekrutierungstool ("America's Army") und zu Propagandazwecken, wie z.B. angeblich im arabischen Raum kursierende Titel zu Selbstmordanschlägen.
Das Medium neuerlich als politisches Instrument missbrauchen will einem "Reuters"-Bericht zufolge eine iranische Studentengruppe. Demnach entsteht derzeit ein PC-Titel, in dem es in der Rolle eine iranischen Geheimdienstoffiziers gilt, einen von US-Truppen entführten Nuklearwissenschaftler zu retten. Ab 2007 soll das Spiel erhältlich sein. Eine Veröffentlichung in westlichen Märkten ist aber wohl sehr unwahrscheinlich.