Nach "Second Sight" von Free Radical Design / Codemasters setzt nun auch Midway respektive Konami auf Psi-Kräfte des Protagonisten: Nick Scryer sieht zwar aus wie Bruce Willis' kleiner Bruder, kann aber mehr, als im Unterhemd Terroristen bekämpfen.

Als moderner Actionheld setzt Nick auf Kopfarbeit: Seine Waffen heißen Telekinese, Fernobservierung und Gedankenkontrolle, seine Gegner sind die seelenlosen Soldaten der "Bewegung". Mit Blick über Nicks Schulter hastet der Spieler fortan durch die Stützpunkte der Bewegung in aller Welt. Der Schwerpunkt des Spiels liegt auf variantenreicher Action: Während sich Nick zunächst nur auf Pistole und Sturmgewehr verlässt, werden die Optionen mit Zunahme von Nicks Psi-Fähigkeiten immer vielfältiger. Per Telekinese schiebt er Kisten durch die Gegend oder schubst Wachmänner über Brückengeländer. Fernsicht erlaubt körperloses Auskundschaften durch verschlossene Türen.

Clever agieren ist auch bei den Bosskämpfen gefragt. Die psionisch begabten Handlanger von Bewegungsboss General Krieger setzen Nick nämlich ordentlich zu. Die Pyrokinesemeisterin Marlene oder Illusionistin Wei-Lu haben jede Menge Asse im Ärmel: Menschliche Fackeln, fliegende Tanklaster, lebendige Statuen, schleimige Monster, Laserstrahlen - nur mit der richtigen Taktik kann Nick überleben. Waffen helfen hier nur wenig, oft sind ausschließlich die Psi-Fähigkeiten gefragt. Nicks vielfältige Fähigkeiten auszuloten macht einen Heidenspaß - aber warum nervt ein so intelligent gestaltetes Spiel mit ständig neu auftauchenden Gegnern an Stellen, die gerade erst gesäubert wurden?

Dafür sowie für die etwas lahme Story gibt es Punktabzug. Dezent abwechslungsreichere Schauplätze hätten "Psi-Ops" ebenfalls gut getan, denn im Prinzip streift der Spieler von einem tristen Industrieblock in den nächsten - das allerdings äußerst flüssig, mit schicken Effekten und allgemein gefälliger Grafik. Explosionen und Maschinengewehrfeuer erlebt der Spieler dank Surroundsound-Unterstützung hautnah mit; dafür fällt die musikalische Untermalung nicht weiter auf.

Fazit: Kaum ein Actiontitel bietet derart viel Freiraum wie "Psi-Ops". Feinde per Telekinese durch die Luft fliegen zu lassen oder auch in ihre Gedanken eindringen, um sie zu willigen Werkzeugen zu machen - endlich gibt ein Spiel genug Möglichkeiten an die Hand, um eine fast perfekte Illusion von Handlungsfreiheit aufkommen zu lassen!

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