Raubkopien kosten Softwarehersteller 34 Mrd. Dollar
Seit 1994 belegt die Business Software Alliance mit der jährlichen Pirateriestudie den wirtschaftlichen Schaden durch Softwarepiraterie. Zum ersten Mal seit Einführung wurde für 2005 in Deutschland ein Rückgang registriert. Zur Entwarnung besteht freilich dennoch kein Grund.
Auch wenn die Business Software Alliance für 2005 erstmals seit elf Jahren einen Rückgang beim Schaden durch Softwarepiraterie in Deutschland festgestellt hat, besteht kein Grund zur Entwarnung. Nach wie vor kostet unlizenzierte und raubkopierte Software nicht nur die Unternehmen weltweit Milliardenbeträge, sondern auch potentielle Stellen in der IT-Branche. Dennoch geben die aktuellen BSA-Zahlen Grund zur Hoffnung: Von 29 auf 27 Prozent ging die Raubkopienquote hierzulande im vergangenen Jahr zurück. Der wirtschaftliche Schaden reduzierte sich so um 300 Mio. auf 1,54 Mrd. Euro. "Die positive Entwicklung in Deutschland ist unserer Ansicht nach vor allem auf zwei Ursachen zurückzuführen: Zum einen blieb die Zahl neuer PCs 2005 unter dem internationalen Durchschnitt, während die Nachfrage nach Software im gleichen Maße anstieg wie anderswo. Auf der anderen Seite erkennen wir aber auch, dass die konsequente Arbeit der Strafverfolgungsbehörden, der BSA und ihrer Mitglieder Früchte trägt", erläuterte BSA-Director Georg Herrnleben.
Und die Entwicklung trifft nicht nur auf Deutschland zu. Vor allem in den oft kritisierten Wachstumsregionen China, Indien, Russland und Osteuropa konnten Erfolge gefeiert werden. Insgesamt ging die Pirateriequote in 51 der 97 untersuchten Ländern zurück.
Das Gesamtbild aber bleibt trotz einzelner Fortschritte dramatisch. So beziffert die BSA den weltweiten Schaden 2005 durch Raubkopien allein für die Softwarebranche auf 34,3 Mrd. Dollar - ein Plus von 1,6 Mrd. im Jahresvergleich. Der Anteil von Raubkopien weltweite stagniere bei 35 Prozent. Entsprechend hält der Interessenverband seine Bemühungen im Kampf gegen Raubkopien aufrecht. Immer mehr Fürsprecher können dabei in der Politik gewonnen werden. Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die Bedeutung des Themas erkannt: "Die illegale Verwendung von Software verursacht - national und international - erhebliche volkswirtschaftliche Schäden. Die jährlichen Statistiken der BSA zur Softwarepiraterie belegen das. Der Schutz geistigen Eigentums insbesondere vor gewerblichem Missbrauch wird damit zu einer vordringlichen Aufgabe von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die BSA gibt hier entscheidende Impulse." Und die sind dringend nötig. Nach Berechnungen der BSA könnten durch eine um zehn Prozent geringere Piraterierate allein in Deutschland bis 2009 30.000 zusätzliche IT-Stellen entstehen könnten.