Take 2 kommt nicht zur Ruhe
Take 2 Interactive wird aller Voraussicht nach die Zahlen für das zum 31. Juli beendete dritte Quartal nicht rechtzeitig vorlegen können. Interne Untersuchungen der den Vorständen gewährten Aktienoptionen verzögerten die abschließende Bilanz. Zudem gab das Unternehmen eine Gewinnwarnung aus.
Take 2 Interactive ist in den vergangenen Monaten erneut ins Visier der US-Börsenaufsicht und klagefreudiger Aktionärsgruppen geraten. Stein des Anstoßes waren diesmal die Aktienoptionen der Vorstände, aus denen sich angeblich unrechtmäßige Vorteile ergeben hätten. Da die internen Untersuchungen nach wie vor andauern, wird der Publisher aller Voraussicht nach die Bilanz für das zum 31. Juli beendete dritte Quartal und den Neunmonatszeitraum nicht fristgerecht vorlegen können.
Vorerst müssen daher die vorläufigen Zahlen genügen, die Take 2 nun veröffentlichte. Demnach belief sich der Konzernumsatz im dritten Quartal auf 240 Mio. Dollar - ein Plus von gut 41 Prozent im Jahresvergleich. Jedoch ist der hohe Anstieg nicht auf die besonders erfolgreichen Neuveröffentlichungen zurückzuführen. Vielmehr schlugen sich die durch den "Hot Coffee"-Skandal ausgelösten Umsatzeinbrüche im dritten Quartal des Vorjahres nieder. In den Neunmonatszahlen zeigt sich dann auch das Fehlen eines mit "GTA: San Andreas" vergleichbaren Blockbusters: Mit 770 Mio. Dollar fällt der Unternehmensumsatz erheblich geringer aus als die im Vorjahr bilanzierten 894,4 Mio. Dollar.
Für weiteren Unmut unter den Aktionären dürfte auch eine aktuelle Gewinnwarnung von Take 2 sorgen. Die Übergangsphase im Konsolenbusiness, der Umzug der Europazentrale von England in die Schweiz sowie hohe Steuerforderungen würden das Konzernergebnis belasten, so Take 2. Die bisherigen Prognosen könnten daher nicht aufrechterhalten werden.