Die Hauptversammlung von Take 2 Interactive wurde auf den 29. März verschoben. Der Vorstand will die Zeit nutzen, um sich besser für die zu erwartenden Attacken einzelner Großaktionäre zu wappnen. Zudem will das Unternehmen verschiedene Szenarien durchspielen, zu denen auch ein möglicher Verkauf zählt.

Turbulente Zeiten bei Take 2 Interactive. Nachdem eine Gruppe von Großaktionären den Aufstand probt und die Hauptversammlung am 23. März nutzen will, um den Vorstand zu stürzen, hat das Unternehmen den Termin nun auf den 29. März verschoben. Wie es aus der Firmenzentrale heißt, sollen in den kommenden Tagen verschiedene Szenarien durchgespielt werden, um den Attacken der Aktionäre zu begegnen. Darunter explizit auch ein möglicher Verkauf.

Die Zuspitzung ist Höhepunkt eines schwierigen Jahres für den New Yorker Publisher. In der Kritik durch Skandale und Skandälchen schloss Take 2 das vergangene Geschäftsjahr mit einem Rekordverlust ab. 46 Prozent der stimmberechtigten Anteile vereint die Aktionärsgruppe auf sich, die am 29. März den sechsköpfigen Vorstand ablösen will. Primäres Ziel ist offenbar die Freistellung von Chief Executive Office Paul Eibeler sowie Chief Financial Officer Karl Winters.

Einzelne Analystenstimmen könnten sich mit diesem radikalen Umbruch durchaus anfreunden, auch wenn ein Unternehmensverkauf als unwahrscheinlich gilt. Die Kursralley der vergangenen Monate habe Take 2 für potentielle Käufer schlicht zu teuer gemacht, so US-Medien. Bis zu zwei Mrd. Dollar müssten so investiert werden, um Übernahme und Restrukturierung zu finanzieren, rechnet Michael Patcher von Wedbush Morgan Securities vor. Noch vor einem Jahr hätte die Hälfte genügt, was Take 2 zu einem zu großen Happen für die üblichen Verdächtigen machen könnte. "Ich sehe weder bei News Corps. noch bei Viacom echtes Interesse", so Todd Greenwald von Nollenberger Capital Partners. Electronic Arts, Activision oder Elevation Partners zählen demnach schon eher zu den Interessenten. "Auch Ubisoft könnte die Übernahme stemmen", ist Greenwald überzeugt.

Jedoch passt das teils kontroverse Take-2-Programm nur bedingt zur Firmenphilosophie der genannten Publisher. Ob Electronic Arts - bei unbestrittener Qualität und nahezu perfekter Marktperformance der Marke - sich einen Unruheherd wie Rockstar Games tatsächlich ins Haus holen will, wird von Greenwald infrage gestellt. So oder so könnte es dem Unternehmen aber zuträglich sein, wenn eine neue Führungscrew das Steuer noch herumreißen könnte. "Betrachtet man die Marken- und Studiostruktur von Take 2, könnte das Unternehmen fraglos erheblich profitabler arbeiten, als es derzeit der Fall ist", so der Analyst.

Mehr zum Thema

Share this post

Written by

Harvey Smith and Ben Horne Set Up Black Pony Immersive
Harvey Smith, CEO and Creative Director at Black Pony Immersive | Ben Horne, COO and Executive Producer at Black Pony Immersive © Black Pony Immersive

Harvey Smith and Ben Horne Set Up Black Pony Immersive

By Marcel Kleffmann 1 min read
gamescom to Provide Drinking Fountains and Cooldown Areas for Heat Prevention
A sprinkler misting area is planned for behind Hall 8, along with drinking fountains along the boulevard. (Unsplash/aboodi vesakaran)

gamescom to Provide Drinking Fountains and Cooldown Areas for Heat Prevention

By Pascal Wagner 2 min read