UK: Trotz steigender Umsätze immer weniger Studios
Während Publisher und Vertriebe in Großbritannien Rekordumsätze feiern, befindet sich die britische Entwicklerszene auf dem absteigenden Ast. Seit 2001 hat sich die Zahl der unabhängigen Studios mehr als halbiert.
Allen Umsatzrekorden der britischen Industrie zum Trotz geht ein tiefer Riss durch die Branche auf der Insel. Während Publisher und Vertriebe Rekordumsätze feiern, gibt es immer weniger Entwickler. Zählte der britische Entwicklerverband The Independent Games Developers Trade Association (TIGA) 2001 noch mehr als 400 unabhängige Entwicklerstudios in Großbritannien, so hat sich deren Zahl in den vergangenen fünf Jahren mehr als halbiert. Aktuell seien noch 150 unabhängige Studios tätig, so ein neuer TIGA-Bericht.
Mit einer Pleitewelle innerhalb der britischen Szene hat dies aber nur bedingt zu tun. Vielmehr sei neben Aufkäufen und Pleiten vor allem Abwanderungen verantwortlich für die Studioschließungen. Gerade Kanada und Australien buhlen mit aller Macht um die Entwickler. Gut gefüllte Töpfe stehen in den Boomregionen Melbourne und Montreal bereit, um Neugründungen auf die Sprünge zu helfen. Da fällt es selbst britischen Unternehmen wie SCi Games leicht, Investitionen eher im Ausland zu tätigen, bemängelt der Entwicklerverband. Von der Politik fordert TIGA ein Umdenken. Ansonsten droht der führende Entwicklerstandort Großbritannien mehr und mehr hinter die internationale Konkurrenz zurückzufallen.