Games & Film: BVG geht neue Wege
Die Gründe für die oftmals mangelhafte Qualität von Spieleumsetzungen großer Hollywood-Blockbuster liegen für Graham Hopper, Senior Vice President und General Manager von Buena Vista Games (BVG), auf der Hand: Verständnisprobleme und mangelnde Risikobereitschaft.
Im "Spiegel Online"-Interview kritisierte Graham Hopper, Senior Vice President und General Manager von Buena Vista Games, die Qualität so mancher Spieleumsetzung großer Hollywood-Blockbuster. Vielfach fehle es in den Führungsetagen am Verständnis für das Medium Spiel, weshalb sich Fehler durch die gesamte Produktion zögen. Vor allem in der Vergangenheit wurden minderwertige Umsetzungen veröffentlicht. Vom Konsumenten abgestraft, zogen sich die großen Studios aus dem Geschäft zurück. Erst jetzt wird der Spielebereich als Boomsektor wiederentdeckt. Hopper mahnte an, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.
Das eigene Unternehmen nahm Hopper von seiner Kritik aus. Da der Disney-Konzern auch in schwierigen Zeiten am Gamesbusiness festgehalten habe, verfüge Buena Vista Games heute über die richtigen Marken, das Know-how und Renommee, um erfolgreich am Gamesaufschwung teilhaben zu können. Inzwischen sei nach Ansicht Hoppers die Entwicklung derart weit vorangeschritten, dass aus Gamesprojekten für den Gesamtkonzern verwertbare Marken entstehen können. Anstatt wie bisher die berühmten Disney-Marken in Spiele umzusetzen, sei der Weg auch in die andere Richtung frei. Beispielhaft nannte Hopper hier das NDS-Abenteuer "Spectrobes", bei dessen Entwicklung neue Wege beschritten wurden. Es ist also durchaus denkbar, dass bei entsprechendem Erfolg die anderen Konzernteile die Marke aufgreifen.