Die schrecklichen Ereignisse um den Amoklauf des 19-jährigen Robert Steinhäuser am Gutenberg Gymnasium in Erfurt jähren sich am 26. April zum ersten Mal.

Am 26. April jährt sich der Amoklauf von Erfurt zum ersten Mal. Im Vordergrund steht das Gedenken an die Opfer. Letztendlich löste die Tat des 19-jährigen Robert Steinhäuser aber auch eine öffentliche Diskussion über Gewaltdarstellungen in Medien aus, die Industrie und Handel gleichermaßen an ihre Grenzen brachte. Der sicherlich durch den damaligen Wahlkampf noch verstärkte Druck aller Parteien führte zu einer kaum aufzuhaltenden Dynamik, die in unhaltbaren Vorwürfen, ja sogar Beleidigungen ihren Höhepunkt fand. Wenngleich die Unterhaltungssoftwarebranche noch heute gespalten sein mag, ob das eher defensive und zurückhaltende Krisenmanagement die richtige Lösung war, sind seit dem 1. April die Konsequenzen mit dem neuen Jugendschutzgesetz für alle spürbar geworden.

Darüber hinaus bleibt es in erster Linie weiterhin Aufgabe der Erziehungsberechtigten aber auch der Politik, Kindern und Jugendlichen ein gesundes Umfeld zu bieten und den richtigen Umgang mit Medien zu lehren. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Christoph Matschie, hat aus Anlass des Jahrestages des Amoklaufs von Erfurt die Bedeutung der friedlichen Konfliktbewältigung in den Schulen unterstrichen. "Unsere Kinder müssen auch in der Schule lernen, ihre Konflikte und Probleme gewaltfrei auszutragen. Kinder brauchen ein Klima der Angstfreiheit und wir müssen unseren Kindern Anerkennung und Selbstvertrauen vermitteln." Seit dem Amoklauf hat das BMBF den Wiederaufbau des betroffenen Gutenberg-Gymnasiums sowie gemeinsam mit den Ländern Modellprogramme zur Gewaltprävention an den Schulen gefördert. Bis zum Jahr 2004 finanziere das BMBF den Wiederaufbau des Erfurter Gymnasiums mit 9,9 Mio. Euro. Matschie verwies zugleich auf die Gewaltprävention in den Schulen hin. Hierfür habe die Bund-Länder-Kommission das Programm "Demokratie lernen und leben" gestartet. Damit sollten die sozialen Kompetenzen der Schüler und Lehrer gestärkt, aufkeimende Konflikte früh erkannt und gelöst werden. Bis zum Jahr 2007 stellt das BMBF dafür rund 6,5 Mio. Euro zur Verfügung. Die Länder beteiligen sich mit dem gleichen Betrag.

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