Nach "Dead Or Alive 3" und "DOA: Xtreme Beach Volleyball" schickt der japanische Entwickler Tecmo das nächste Xbox-exklusive Juwel ins Rennen, wobei der Schwierigkeitsgrad Anfänger in den Wahnsinn treiben dürfte.

Bei "Ninja Gaiden" schlüpft der Spieler in den Kampfanzug des altbekannten "Dead Or Alive"-Recken Ryu Hayabusa und tritt gegen das fiese Vigoor Imperium an. Bereits im einführenden Startlevel zeigt der Feind seine widerliche Fratze: Durch einen feigen Angriff wird Ryus Heimatdorf abgefackelt und die magische "Dark Dragon"-Klinge entwendet. Kein Wunder also, dass der Fernostkrieger gleich einen blutigen Rachefeldzug startet: Mit Schwert, Nunchaku oder Langspeer hackt er sich durch 16 Kapitel voller garstiger Widersacher. Das Aufgebot an Bösewichtern reicht dabei von Samurais über ekelhaftes Dämonenvolk bis hin zu wuchtigen Zwischenbossen.

Der Martial-Arts-Experte lässt auf Knopfdruck Standardschläge vom Stapel, in Kombination mit Sprüngen oder Salti entfacht er ein wahres Feuerwerk an Spezialattacken - derart komplex kommen sonst nur Beat'em-ups daher. Für weiteres Blutvergießen sorgen diverse Zaubereien namens "Ninpo", mit denen Ryu gern mal Feuerbälle verschießt und Elektroblitze vom Himmel regnen lässt. Eine Besonderheit von "Ninja Gaiden" ist das so genannte "Master Ninja Tournament", das ausschließlich via Xbox-Live ausgetragen wird. Bei dem auf Highscores basierenden Wettkampf, inklusive regionaler Ausscheidungen, können die jeweils besten Spieler aus allen Kontinenten der Erde den "Ninja Gaiden"-Weltmeister unter sich ausmachen. Um einen Zugang für das bis Herbst laufende Tournament zu erhalten, muss der Spieler "Ninja Gaiden" einmal komplett durchgespielt haben. Doch das ist leichter gesagt als getan, denn leider dreht Tecmos Hochglanz-Schwerterklirren an der Frustpotenzial-Schraube wie kaum ein anderer Genrevertreter: Knallharte Obermotze, haarige Akrobatikeinlagen und die Abstinenz jedweder Simpelgegner treiben Einsteigern schnell Tränen in die Augen.

Selbst ernannte Actionexperten reiben sich hingegen grinsend die Hände, denn bis auf wenige Momente bleibt der Fernostkracher stets fair und bezwingbar. Allein der virtuelle Kameramann treibt den Spieler mitunter fast zum Wahnsinn: Egal, ob enge Sprungpassage oder blitzschnelle Massenmetzelei - ständig muss der Blickwinkel nachjustiert werden. Abgesehen von dieser unschönen Macke gehört "Ninja Gaiden" zur absoluten Xbox-Oberklasse. Fazit: Vom facettenreichen Kampfsystem über die verwinkelt-spannenden Level bis hin zur atemraubenden Echtzeitoptik liefert Tecmo mit "Ninja Gaiden" ein famoses, wenngleich schwer zu meisterndes Stück Software ab.

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