Nintendo hat für 2001 ambitionierte Ziele
Mit einem Auftragsvolumen von annähernd 250 Mio. Mark feiert Nintendo den erfolgreichsten Messeauftritt seiner Firmengeschichte in Nürnberg. Die Ausgangslage ist denkbar gut für den anstehenden Generationswechsel und die künftige Positionierung im Konsolenmarkt.
Für Nintendo war es ein Glanzstart in das entscheidende Jahr 2001. Die frühzeitige Absage von Sony Computer Entertainment Deutschland, Segas Ende als Hardwarehersteller und Microsofts Entscheidung gegen eine Hardwarevorstellung haben vor allem zu einem geführt: Nintendo war auf der Nürnberger Spielwarenmesse allein auf weiter Flur. Und daraus haben die Großostheimer gehörig Kapital geschlagen.
Ordervolumen von fast 250 Mio. Mark
Schon auf der Pressekonferenz ließ Nintendo keinen Zweifel daran, dass das Unternehmen nach wie vor die Nummer eins ist und dies auch bleiben will. Schließlich hat Nintendo ein gutes Jahr hinter sich. Allein in Deutschland wurden über 1,2 Mio.
Game Boys und damit 46 Prozent mehr als im Vorjahr verkauft. Zudem gingen knapp 165.000 N64-Konsolen über die Ladentheken. Auch die Softwareverkäufe waren zufrieden stellend: 3,2 Mio. Game Boy- und 1,2 Mio. N64-Spiele wurden abgesetzt. Axel Herr, Managing Director Sales and Marketing Deutschland, beziffert den Umsatz, den der deutsche Spielwarenhandel mit Nintendo-Produkten erzielte, auf weit über eine Mrd. Mark. Der firmeneigene Umsatz habe sich 2000 gegenüber dem Vorjahr um 52 Prozent gesteigert. Die Ergebnisse machen den Videospielekonzern auch optimistisch in Hinblick auf die anstehenden Aufgaben. Nintendo ließ keinen Zweifel an seiner Zuversicht, was den bevorstehenden Generationswechsel betrifft. "Sony vollzieht zum ersten Mal einen,Plattformübergang", Microsoft sind die,New Kids on the Block" und sprechen über ein gutes Spiel", so David Gosen, Managing Director Sales and Marketing Europe bei Nintendo, "aber Nintendo vollzieht den fünften und sechsten Plattformwechsel." Nintendo verstehe es, das Beste aus einem Generationswechsel zu machen. "Die Hersteller verlieren gewöhnlich das Interesse an ihrer eigenen Plattform, lange bevor es die Spieler verlieren", so Gosen. "Wir haben diesen Fehler nicht gemacht und werden ihn auch nicht machen."
Auch 2001 wartet Nintendo mit viel versprechenden Neuheiten für seine Systeme auf. Allen voran natürlich "Pokémon Gold" und "Pokémon Silber", die im April veröffentlicht werden sollen. Kumuliert ist ein Absatz von zwei Mio. Units bis Jahresende geplant. Dennoch, das Hauptaugenmerk galt der neuen Hardware. Allerdings hielt sich Nintendo hier mit präziseren Angaben zurück. Für den Game Boy Advance wurden die bereits bekannten Starttermine - 21. März in Japan, Juli in den USA und in Europa - erneut bestätigt. Offen gelegt wurden aber erste Verkaufsziele, die durchweg ambitioniert sind. Laut Axel Herr sollen allein in Deutschland bis Ende 2001 mehr als eine Mio. GBAs abgesetzt werden. Hinzu komme ein Mehrfaches an Software. Hinsichtlich des GameCube gab es keine neuen Erkenntnisse. Die neue TV-basierte Konsole wird in Japan im Juli in den Verkauf gehen. Für Oktober ist der Start in den USA geplant, der Europastart hingegen ist nach wie vor offen. Allerdings versprach Gosen, dass schon bald eine Ankündigung erfolgen werde, spätestens zur E3 in Los Angeles.
Details zu GameCube erst auf der E3
Die Voraussetzungen, dass 2001 für Nintendo erfolgreich verlaufen wird, sind auch ohne genauen Starttermin gegeben. Nicht nur, weil Nintendo seit Januar mit einer eigenen Vertriebsmannschaft agiert, die den Kontakt zum Handel weiter intensivieren soll. Auch der Messeverlauf hat sehr dazu beigetragen. Das Orderverhalten des Handels bezeichnete Axel Herr als "astronomisch". An die 250 Mio. Mark habe das Volumen der Bestellungen betragen. Die diesjährige Messe war damit mit Abstand die erfolgreichste in der Geschichte von Nintendo.