Mit Oklahoma versucht ein weiterer US-Bundesstaat, den Verkauf von Spielen mit Gewaltinhalten an Minderjährige zu regulieren. Weil ähnliche Versuche in verschiedenen Staaten vor Gericht scheiterten, geht Gouverneur Brad Henry einen neuen Weg.

Brad Henry, demokratischer Gouverneur des US-Bundesstaates Oklahoma, hat dieser Tage eine Gesetzesvorlage unterzeichnet, die den Verkauf von Spielen mit Gewaltinhalten an Jugendliche regulieren soll. Anders als in vergleichbaren Fällen belegt Henry einzelne Spiele aber nicht mit einem Verkaufsverbot. Vielmehr ergänzt das Gesetz HB3004 die bestehende Liste der Medien, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet sind, um Spiele mit "unangebrachter Gewaltdarstellung". Die Regelung macht restriktive Vorgaben: Entsprechende Medien dürfen unter keinen Umständen, auch nicht über Eltern oder Erziehungsberechtigte, in die Hände von Kindern und Jugendlichen gelangen. Im Handel müssen die Produkte in Bereichen aufgestellt werden, zu denen Minderjährige keinen Zugang haben. Die Definition "unangebrachte Gewaltdarstellung" umfasst u.a. Gewaltverharmlosung und -verherrlichung.

Doch die neue Gesetzgebung könnte noch weitreichendere Folgen haben. US-Medien zufolge ist jegliche Werbung oder auch redaktionelle Berichterstattung über entsprechende Spiele untersagt. Spielezeitschriften und auch Internetangebote, die Inhalte aus entsprechenden Spielen verbreiten, könnten demnach haftbar gemacht werden. Zudem erhält das Vorhaben eine neue Qualität, da die Landesregierung die Fehler in anderen Bundesstaaten offenbar umgehen will. So wurde kein "Zensur"-Gesetz beschlossen, das einzig Spiele betrifft, sondern vielmehr ein bereits bestehendes Jugendschutzinstrument erweitert. Denn entsprechende staatliche Vorgaben existieren schon seit Jahren. Bislang waren jedoch einzig pornographische Produkte von den Vorschriften betroffen.

Daher bleibt es abzuwarten, inwieweit der US-Branchenverband Entertainment Software Association (ESA) mit seiner angekündigten Klage Erfolg haben wird. Siegessicher gibt man sich jedenfalls in Washington. ESA-President Doug Lowenstein zeigte sich von der Regierung in Oklahoma "zutiefst enttäuscht" und prangerte das Vorhaben erneut als Steuerverschwendung an. Wie bereits in der Vergangenheit werde die ESA gegen jedwede Beschränkung im Verkauf und Verleih von Computer- und Videospielen vorgehen.

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