pipe.line: Mit "Driv3r" geht der Spaß erst richtig los
1999 hat das PSone-Spiel "Driver" mit 3D-Driving-Action eine neuartige Spielegattung begründet und den Weg für viele andere Publisher geebnet. Nun schickt sich der dritte Teil an, auf PS2, Xbox und PC neue technische Maßstäbe innerhalb des Genres zu setzen.
Nach weltweit über zwölf Millionen verkauften Einheiten der "Driver"-Serie sind die Erwartungen an die Fortsetzung hoch. Eine dramaturgische, Hollwood-reife Inszenierung, packende Verfolgungsjagden und spannende Actioneinlagen sollen "Driv3r" von Spielen wie "Grand Theft Auto", "The Getaway" und "True Crime" abgrenzen und ihnen zugleich Paroli bieten. Mit der Realisierung dieser ehrgeizigen Ziele hat der britische Entwickler Reflections bereits vor vier Jahren begonnen und dabei auf Teile des Programmcodes des hauseigenen PS2-Titels "Stuntman" zurückgegriffen. Erneut schlüpft der Spieler in die Rolle des Undercover-Cops Tanner, der diesmal ein im großen Stil agierendes Autoschiebersyndikat aus Miami hochnehmen soll.
Eingebettet in ein von Filmklassikern inspiriertes Setting, führt die in über 30 Missionen unterteilte Story von Miami nach Nizza und schließlich nach Istanbul. Für die fotorealistischen Settings hat Reflections keinen Aufwand gescheut und anhand von selbstgeschossenem Bildmaterial über 35.000 reale Gebäude liebevoll nachmodelliert und ein Straßennetz mit einer Gesamtlänge von rund 250 Kilometern digital umgesetzt. Durch die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten steigern sich die Anforderungen an das fahrerische Können des Spielers: Während das großflächige, offene Miami sehr einfach zu befahren ist, müssen in Nizza Berge bezwungen und in Istanbul enge Gassen gemeistert werden. Die Fahrzeuge beschafft sich der Spieler nach der beliebten "Carjacking"-Methode, wobei er Zugriff auf rund 70 fahrbare Untersätze hat.
Neben PKWs, mehrachsigen Sattelschleppern und Bussen schmücken unter anderem auch Gabelstapler, Motorräder und Schnellboote die breitgefächerte Auswahl. Obwohl die Fahrzeuge nicht offiziell lizensiert wurden - u. a. deshalb, weil dies zu keinem spielerischen Mehrwert geführt hätte -, soll "Driv3r" in der finalen Version mit den derzeit detailliertesten Fahrzeugkonstruktionen glänzen. Auf seinem Weg ans Ziel liefert sich Tanner mit der Polizei sowie Autoschiebern und anderen zwielichten Gestalten immer wieder nervenzerreißende Verfolgungsjagden sowohl auf Highways als auch in schmalen Gassen. Nicht selten fliegen dabei die Fetzen. Physikalisch korrekt werden die Fahrzeuge nach einem Crash deformiert bzw. in ihre Bestandteile zerlegt; beinahe jeder Teil am Wagen kann zerstört werden. So bersten beispielsweise Scherben, und Reifen wirbeln durch die Luft. Crashorgien sind zudem wesentliches Element des innovativen Regisseurmodus, mit dem der Spieler unter Einsatz von selbstpostierten Kameras seinen eigenen "Driv3r"-Film erstellen und mit zahlreichen Effekten inklusive Zeitlupe aufpeppen kann. Während der einzelnen Missionen, deren Lösung meist auf verschiedenen Wegen erreicht werden kann, sitzt Tanner zu 70 Prozent hinter dem Fahrzeugsteuer. Den Rest der Zeit bewegt sich der Held zu Fuß durch die riesigen Städte.
Wie bei "GTA" werden in diesen Spielabschnitten auch Schusswaffen eingesetzt, darunter Pistolen, Maschinengewehre und Granatwerfer. Wichtige Neuerung: Einige Level werden im Inneren von Gebäudekomplexen absolviert. Gleich zu Beginn des Abenteuers findet sich der Spieler in der Wohnung von Tanner wieder, wo die Ereignisse ihren Lauf nehmen.