Screen Digest: Videospielindustrie auf Rekordkurs
Screen Digest prognostiziert der internationalen Videospielindustrie für 2003 einen neuen Rekordumsatz. Weltweit werde mit Unterhaltungssoftware ein Umsatz von 18,5 Mrd. Dollar generiert. Im Bericht versäumt es Auftraggeber ELSPA nicht, die Bedeutung des britischen Markts als drittstärkstem Markt weltweit und als wichtigstem Markt Europas herauszustellen.
Die Experten des britischen Marktforschers Screen Digest prognostizieren der internationalen Videospielindustrie einen Jahresum-satz von 18,5 Mrd. Dollar. Dies würde einem Plus von 9,5 Prozent gegenüber 2002 entsprechen, für das am Ende Umsätze in Höhe von 16,9 Mrd. Dollar zu Buche schlugen. Trotz angeschlagener Wirtschaft setze die Gamesindustrie damit ihren rasanten Wachstumskurs fort. Die derzeit aktuelle Konsolengeneration um PS2, Xbox und GameCube verbuche bis dato 30 Prozent mehr Stückabsatz, als ihre Vorgängergeneration um PlayStation, Dreamcast und N64 im gleichen Zeitraum. "Der Markt für Videospiele hat seinen Zenit noch lange nicht erreicht", ist sich Ben Keen, Research Director Screen Digest, sicher.
Für Europa prognostiziert der Marktforscher einen Umsatz von 6,3 Mrd. Dollar. "Und vornweg marschiert Großbritannien", fügt Roger Bennett, Chef des britischen Branchenverbands und Studienauftraggeber Entertainment & Leisure Software Publishers Association (ELSPA), hinzu. Und er hat Recht damit. Im Jahr 2002 haben britische Industrie und Handel einen Umsatz von umgerechnet rund 1,6 Mrd. Euro mit Unterhaltungssoftware generiert. Seit 1995 wurden über 215 Mio. Softwaretitel aller Plattformen verkauft, womit, statistisch gesehen, jeder britische Haushalt neun Spiele sein Eigen nennt. "2003 werden 32 Mio. Konsolen verkauft" Deutschland kann da bei weitem nicht mithalten. Und auch Frankreich nicht, das seit Jahren am deutschen Image als zweitwichtigster Markt für Unterhaltungssoftware in Europa kratzt. Deutschland ist stark im Bereich PC-Software, in Sachen Videospiele aber ein "Underperformer". Weltweit sieht Screen Digest Großbritannien zudem weiter auf dem dritten Platz, hinter den Weltmarktführern USA und Japan. Ohne Frage wird sich das Szenario auch genau so abspielen, wie prognostiziert - in physischen Datenträgern gerechnet. Mittelfristig könnte es allerdings anders aussehen, wenn die heutige Vision von Spielermassen im Internet so eintritt, wie geplant.
Südkorea macht es vor. Allein im Segment PC-Onlinegaming werde laut Korea Game Development & Promotion Institute in diesem Jahr ein Umsatz von umgerechnet 433 Mio. Euro erwirtschaftet - mit deutlichem Steigerungspotenzial. Die Kehrseite der Medaille sollte allerdings auch nicht verschwiegen werden: Für viele Publisher sind Onlinegames die einzige Chance zu überleben, denn die Raubkopierrate von physischen Datenträgern ist enorm.
Wie Screen Digest weiter ausführt, würden 2003 weltweit rund 32 Mio. Next-Generation-Konsolen verkauft. 2002 sind rund 30 Mio. PS2, Xbox und GameCube über die Ladentheken gegangen. Am erfolgreichsten ist dabei Sony: Seit Launch am 4. März 2000 seien weltweit 40 Mio. PS2 verkauft worden. SCE halte damit bei den 128-Bit-Konsolen einen Marktanteil von 74 Prozent. Seit 1995 seien zudem rund drei Mrd. Videospiele über alle Systeme verkauft worden, 508 Mio. davon im Jahr 2002. Screen Digest geht für 2003 von 548 Mio. abgesetzten Softwaretiteln aus.